Der Lidl-Chef Kenneth McGrath hat einen bemerkenswerten Strategiewandel durchgesetzt. Nicht mehr der direkte Preisvergleich steht im Vordergrund, sondern die Rendite. Dieser Schritt wird auch intern kritisch betrachtet. Einige argumentieren, dass Lidl in einer Phase, in der Aldi geschwächt ist, den entscheidenden Schlag verpasst, um die Preisführerschaft zu übernehmen.
Der Fokus von Lidl liegt nicht mehr ausschließlich auf dem günstigsten Preis, sondern auf der Rendite. Dies zeigt, dass sich Lidl von seinem bisherigen Image als ewiger Verfolger emanzipiert. Vor McGrath hatte Lidl bereits in vielen Bereichen das Tempo vorgegeben, jedoch blieb der Discounter in puncto Preisgestaltung oft an Aldi orientiert.
McGraths Ansatz, der von seiner angelsächsischen Prägung beeinflusst ist, sorgt für neue Perspektiven. Die Unterstützung durch den Komplementär Gerd Chrzanowski und Inhaber Dieter Schwarz ist dabei deutlich spürbar.
Trotz des Strategiewechsels hat Lidl im vergangenen Jahr in Deutschland Marktanteile und Umsatz gewonnen, auch dank gestiegener Erlöse mit Eigenmarken. Die neue Strategie stellt jedoch viele Konkurrenten vor Herausforderungen. Wer versucht, Lidl zu kopieren oder zu unterbieten, riskiert Umsatzeinbußen oder Gewinnverluste.
Die neue Preisstrategie von Lidl kann nicht einfach kopiert oder gekontert werden und macht den Discounter dadurch unberechenbarer und gefährlicher denn je.
