Lidl nimmt Preiserhöhungen vor, während Aldi zögert

20. Januar 2023 - Trotz günstiger Angebote zu Jahresbeginn erhöhen viele Lebensmittelhändler ihre Preise. Lidl wagt sich nun öfter als zuvor aus der Deckung und erhöht die Preise sogar vor Aldi. Das traditionelle Muster, bei dem Aldi den ersten Schritt macht und andere Händler folgen, ist nicht mehr uneingeschränkt gültig. Lidl sendet zunehmend Signale an den Markt und wartet nicht mehr auf Aldi. Bereits im Januar erhöhte Lidl dreimal die Preise für bekannte Markenprodukte wie Hohes C, Langnese Cremissimo und Volvic um bis zu 50 Cent. Diese Preiserhöhungen betrafen auch weitere Produkte wie verschiedene Molkereiprodukte.

Quelle: K. Mitch Hodge/unsplash.com

Im Vergleich zwischen Marke und Eigenmarke setzen sowohl Aldi als auch Lidl auf direkte Vergleiche in ihrer Werbung. Obwohl die Preise für Eigenmarken gestiegen sind, wird der Preisvorteil der Eigenmarke betont. Aldi vergleicht Kundenbons, während Lidl mit dem Slogan „Du hast die Wahl" arbeitet und zeigt, wie viele Eigenmarken man für den Preis eines teureren Markenartikels kaufen kann. Ein effektives Marketing ist für das Preisimage genauso wichtig wie ein günstiges Angebot.

Obwohl Edeka und Rewe regelmäßig günstigere Aktionspreise als die Discounter anbieten, geraten sie zunehmend ins Hintertreffen. Besonders Edeka ist derzeit sehr aktiv in der Werbung. Aldi Süd zeigt sich in Bezug auf Preiserhöhungen etwas zurückhaltender als Aldi Nord. Generell reagiert Aldi Süd häufig erst vier bis sechs Wochen nach Aldi Nord auf Preiserhöhungen.