Diese Zahlen wurden kürzlich internen Quellen zufolge im Rahmen eines Treffens mit Arbeitnehmervertretern vorgestellt. Demnach versucht Lidl Frankreich weiterhin, durch strukturelle Maßnahmen gegenzusteuern. Neben einer schärferen Kostenkontrolle stehen dabei auch Diskussionen über die Ausweitung der Sonntagsöffnungszeiten sowie weitere Effizienzmaßnahmen auf der Agenda. Auf direkte Nachfrage wollte sich das Unternehmen zu den genannten Zahlen, die offenbar nicht offiziell bestätigt wurden, nicht äußern.
Im Marktvergleich positioniert sich Lidl mit dem Rückgang von etwa einem Prozent im Mittelfeld der großen Einzelhändler Frankreichs. Während Wettbewerber wie Intermarché (+5 %), Coopérative U (+4 %) und Leclerc (+2,5 %) im gleichen Zeitraum zulegen konnten, mussten Carrefour (–2,6 %) und Auchan (–4,7 %) ebenfalls Einbußen hinnehmen. Der Marktanteil von Lidl bleibt laut aktuellen Daten des Marktforschungsunternehmens Kantar stabil bei gut 8 Prozent.
Auch auf Managementebene gibt es personelle Veränderungen: Jassine Ouali übernimmt künftig die Verantwortung für das Ressort „Kunde“ in Frankreich. Zuvor hatte Ouali in Großbritannien bei Lidl signifikant zur Verbesserung der Geschäftsergebnisse beigetragen – zunächst als Chief Operating Officer, später als Geschäftsleiter im Bereich Customer Experience. Seine Berufung nach Frankreich gilt als strategischer Schritt, um dem angeschlagenen Geschäftsbereich neue Impulse zu verleihen.
Die Position war in den letzten Monaten übergangsweise von Eduardo Tursi betreut worden, der planmäßig nach Italien zurückkehrt. Ouali wird künftig eng mit dem Landeschef John Paul Scally zusammenarbeiten, der bereits vor einem Jahr von der Lidl-Zentrale in Neckarsulm nach Paris entsandt wurde, um den Umbau in Frankreich voranzutreiben.
Trotz der leichten Verbesserung beim Jahresergebnis bleibt der Handlungsdruck hoch. Die neue Führungsstruktur soll nun dafür sorgen, dass Lidl Frankreich auf einen nachhaltigeren Wachstumspfad zurückfindet.
