Lidl: Discount auch beim Wohnen?

Alexander Thurn, der Geschäftsleiter der Immobilien von Lidl Deutschland, stellte sich im Interview der Immobilien Zeitung.

Gegenstand war die Frage nach Wohnungen auf Discount-Standorten, vor allem im Zusammenhang mit solchen, die neu gebaut werden.

Thurn betont gleich zu Beginn, dass die Frage nach Kombinationen mit Wohnungen nur einen kleinen Baustein in der Expansionsstrategie von Lidl ausmacht. Es ist mittlerweile in manchen Städten schwer Baugenehmigungen für Lebensmittelhändler zu bekommen, da viele Kommunen sich mehr und bezahlbareren Wohnraum wünschen. Einen Discounter, der im Untergeschoss eine Tiefgarage anbietet und über seinem Geschäft noch Wohnungen anbietet, hat da unter Umständen bessere Chancen den Zuschlag zu bekommen. Das ist jedoch eine Frage, die von Standort zu Standort neu verhandelt und evaluiert werden muss.

Das Konzept ist, wenn überhaupt, vor allem in den Metropolregionen Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Stuttgart attraktiv. Lidl hat mehrere solcher Kombinations-Standorte in Planung. Der Vorlauf ist jedoch länger als bei einem konventionellen Bau. Das hängt damit zusammen, dass die Genehmigungsverfahren zeitintensiver sind und der Bau aufwendiger ausfällt, dementsprechend auch länger dauert.

Thurn lies sich noch keine Informationen zu den von Lidl geforderten Mietpreisen entlocken. Er meinte, dass diese noch nicht bestimmt seien, und ebenfalls standortabhängig sein werden. Das hängt zum einen damit zusammen, dass Mietpreise stark mit dem jeweiligen Standort der Wohnung korrelieren, zum anderen ist auch zu berücksichtigen, welche zusätzlichen Baukosten für Lidl anfallen. Reine Wohnobjekte werden jedoch klar ausgeschlossen. Das Kerngeschäft bleibt weiterhin der Lebensmitteleinzelhandel.

Alles in allem wird in der Kombination von Wohnungen und Discounter eine pragmatische Entscheidung in Abhängigkeit von dem konkreten Standort getroffen. Das dürfte vor allem nur für dicht besiedelte Räume gelten, allen voran in Metropolen.