LEH interessiert sich für kassenlose Läden

22. Juli 2022 – Kassenlose Läden auf Basis von Computer-Vision-Technologie werden von immer mehr Handelskonzernen getestet. Mittlerweile sind darunter prominente Händler wie Aldi Nord und Süd, Rewe, Netto und die Schwarz-Gruppe vertreten. Den Grundstein für die Einsetzbarkeit der Technologie lieferte Amazon.

Quelle: Markus Spiske/unsplash.com

Immer mehr Handelskonzerne testen eigene Läden, die ohne Kassen oder Self-Scanning auskommen. Es handelt sich dabei voraussichtlich nicht um vorbereitende Testläufe für einen flächendeckenden Rollout, sondern eher um die Herstellung eines ersten Kontaktes mit einer neuen Technologie. Die wichtigsten Gründe für die Betreiber dürften darin bestehen, dass sie selbst Erfahrungen sammeln und die Reaktionen der Kunden beobachten können.

Zunächst war es Amazon, die 2018 einen ersten kassenlosen Store auf Basis von Computer-Vision-Technologie eröffneten. Das Konzept heißt „Amazon Go“ wurde aber mittlerweile in „Just-walk-out“ umgetauft. Mittlerweile betreibt der US-Handelsriese über 50 solcher Läden in den USA und dem Vereinigten Königreich. Mittlerweile haben sich aber bereits Konkurrenten aufgetan, die eine analoge Technologie ebenfalls anbieten. Das sind allen voran die drei Unternehmen Trigo, AiFi und UST Global. Allesamt betreuen auch den deutschen Lebensmitteleinzelhandel bei ihren ersten Kinderschritten mit der Computer-Vision-Technologie.

Die Schwarz-Gruppe betreibt beispielsweise seit März letzten Jahres auf dem Heilbronner Bildungscampus ihre sog. „Shop.Box“, die mit Technologie von UST Global ausgestattet wurde. In der aktuellen Testphase steht der Laden ausschließlich Angehörigen der Universität zur Verfügung. Von einer Öffnung eines kassenlosen Ladens für die breite Masse ist momentan nichts bekannt.

Rewe war der erste deutsche Händler, der im Oktober letzten Jahres einen kassenlosen Laden für alle Konsumenten in Köln öffnete. Dabei kam Hightech von Trigo zum Einsatz. Der Laden heißt „Pick & Go“. Aktuell wird ein zweiter Standort in Berlin mit dem Trigo-System umgebaut. Ebenfalls mit Trigo-Technologie arbeitet Netto Marken-Discount, die kurze Zeit nach Rewe im Dezember einen ersten kassenlosen Laden in München eröffneten. Laut Informationen, die der Lebensmittelzeitung vorliegen sollen, plant Netto bereits einen zweiten Standort mit der Technologie umzurüsten.

Aldi Süd betreibt seit Januar dieses Jahres seine erste Hightech-Test-Filiale. In London öffnete der „Shop & Go“ mit technologischer Unterstützung durch AiFi. AiFi wird auch von der Rewe-Tochter Lekkerland intern getestet. An dem Technologie-Start-up ist sowohl Aldi Süd als auch Rewe mit geringen Anteilen beteiligt. Rewe investierte außerdem noch bei Trigo.