Langfristige Mietverträge sind ein Auslaufmodell für Modemieter

23. Februar 2023 - Langfristige Mietverträge mit einer Laufzeit von zehn Jahren sind in der Modebranche immer seltener anzutreffen. Eine aktuelle Analyse der Vermietungssituation in deutschen Shoppingcentern verdeutlicht diesen Trend. Früher übliche Vertragsverlängerungen von Modemietern über einen Zeitraum von zehn Jahren gehören der Vergangenheit an. Heutzutage scheinen fünf Jahre das Maximum zu sein, wie aus den Rechenschaftsberichten einschlägiger Immobilienfonds hervorgeht.

Quelle: H&M/hm.com

Beispiele wie das Alstertal-Einkaufszentrum (AEZ) und das Main-Taunus-Zentrum (MTZ) unterstreichen diese Entwicklung. Peek & Cloppenburg verlängerte 2021 seinen Mietvertrag über 5.600 Quadratmeter Ladenfläche im AEZ um zehn Jahre, während New Yorker im MTZ ebenfalls eine zehnjährige Bindungsfrist einging. Dennoch gewährte der Centermanager ECE beiden Kundenmagneten eine vorzeitige Ausstiegsoption nach fünf Jahren.

Der Analyse zufolge halten einige wenige Shoppingcenter nach wie vor an zehnjährigen Mietverträgen fest, jedoch zu angepassten Mietpreisen, wie im Berg oder in der Giesler-Galerie Brühl. In der Stadt-Galerie Eschwege wurde der Mietvertrag mit einem ILG-Fonds bis März 2029 verlängert, allerdings zu einer um 27 Prozent reduzierten Miete.

Die Rechenschaftsberichte zeigen auch, dass Vertragsverlängerungen über fünf Jahre als Vertrauensbeweis gegenüber einem Einkaufszentrum und seinem Management angesehen werden können. Große Modeketten wie H&M, Fussl und C&A haben solche Verträge abgeschlossen, wobei C&A vielerorts Mietverträge auslaufen lässt. Die Vermietungssituation in deutschen Shoppingcentern zeigt sich insgesamt als gespalten, wobei einige Center trotz der Auswirkungen der Pandemie stabil sind, während andere mit Krisenmanagement konfrontiert sind.