Ziel ist es, das Profil als Nonfood-Discounter zu schärfen und sich damit wieder stärker von klassischen Fachhändlern und Markenanbietern abzugrenzen. Grund kündigte gegenüber der Lebensmittel Zeitung an, dass es in den kommenden Wochen zunächst darum gehe, das Unternehmen operativ zu stabilisieren. „Ich bin überzeugt, dass wir Kodi auf einen nachhaltigen Erfolgsweg zurückführen können“, so der Unternehmer.
Grund kennt das Unternehmen bereits seit vielen Jahren: Bereits ab 2002 war er in verschiedenen Rollen für Kodi tätig, bevor er sich zwischenzeitlich zurückzog. Nach einem internen Gesellschafterkonflikt übernahm er nun vollständig die Führung des Unternehmens.
Ein zentrales Element der neuen Strategie ist die stärkere Fokussierung auf Eigenmarken und der damit verbundene Ausbau des Eigenimports. Die frühere Ausrichtung als „Marken-Discounter“, die noch unter der vorherigen Führung etabliert worden war, soll zugunsten eines konsequenteren Discountansatzes überarbeitet werden. Markenprodukte sollen zwar nicht vollständig aus dem Sortiment verschwinden, jedoch will Grund das Profil durch hochwertige und margenstärkere Eigenmarken schärfen.
Dabei spielt der Eigenimport eine Schlüsselrolle: Während dieser Anteil früher bei rund 45 Prozent lag, war er zuletzt auf nur noch 16 Prozent gefallen – ein Wert, den Grund für einen Discounter als deutlich zu niedrig einstuft. Ziel sei es, den Eigenimportanteil mittelfristig auf über 60 Prozent zu steigern. Nur so könne Kodi weiterhin preislich attraktiv bleiben und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig operieren.
Auch das Sortiment soll gezielt modernisiert und an veränderte Kundenerwartungen angepasst werden. Zwar bleibt der Fokus auf Haushaltswaren bestehen, jedoch plant die neue Geschäftsführung, das Angebot punktuell auszuweiten – insbesondere mit Blick auf junge Familien und eine jüngere Zielgruppe. Konkrete Produktgruppen nannte Grund noch nicht, ließ aber durchblicken, dass ein breiterer Sortimentsansatz geplant ist.
Noch nicht abschließend geklärt ist die Frage, mit wie vielen Filialen das Unternehmen in Zukunft operieren wird. Im Rahmen der laufenden Restrukturierung hatte Kodi angekündigt, etwa 80 der zuvor rund 230 Standorte zu schließen. Für 150 Filialen ist die Fortführung vorgesehen. Bei 13 dieser Filialen steht jedoch noch die endgültige Zustimmung der Vermieter aus, sodass deren Zukunft aktuell offen ist.
Positiv hebt Grund hervor, dass es auch gegenteilige Entwicklungen gibt: Drei Standorte, die ursprünglich zur Schließung vorgesehen waren oder bereits geschlossen wurden, konnten nach weiteren Verhandlungen doch erhalten bleiben. Dies zeigt, dass in Einzelfällen pragmatische Lösungen mit Vermietern und Partnern möglich sind – ein Aspekt, der auch für Eigentümer und Investoren im Handelsimmobilienbereich von Bedeutung ist.
Trotz aller Herausforderungen richtet Grund den Blick nach vorn und äußert sich optimistisch: „Ich bin stolz auf das gesamte Kodi-Team. Die Kolleginnen und Kollegen leisten in dieser schwierigen Phase Herausragendes.“
