Jochen Kratz, Vorstand von Kaufland Deutschland, erklärte, dass das Unternehmen jährlich bis zu 500 Millionen Euro investieren werde, um die Modernisierungen zu beschleunigen. Dieser umfangreiche Plan soll über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren realisiert werden, mit dem Ziel, alle deutschen Filialen mit modernen Kühlmöbeln und effizienter Kältetechnik auszustatten. Laut Kratz wird die Kühlmöbel-Initiative maßgeblich dazu beitragen, das Angebot besser an die steigenden Kundenerwartungen und an die technischen Anforderungen der Zukunft anzupassen.
Ein großer Teil dieser Investitionen fließt in den Bereich der Kühltechnik. Dies umfasst nicht nur die Erneuerung der Kühlmöbel, sondern auch eine umfassende Aufrüstung der Kälteanlagen auf den neuesten Stand der Technik. Darüber hinaus sollen zusätzliche Kühlregale in die Filialen eingebaut werden, da Kaufland plant, die Struktur des Angebots weiter zu überarbeiten. Diese Modernisierungen sind auch eine Reaktion auf den Investitionsstau, der sich im Laufe der Jahre angesammelt hat, insbesondere durch die Übernahme von ehemaligen Real-Standorten. Viele dieser Filialen, die Kaufland nach der Übernahme in den letzten Jahren integriert hat, weisen teils erhebliche Sanierungsrückstände auf. Obwohl die Filialen bei der Integration modernisiert wurden, blieben insbesondere die Kühlgeräte in vielen Märkten weiterhin veraltet.
Der Investitionsbedarf erklärt sich auch durch die Tatsache, dass die Bausubstanz vieler Kaufland-Standorte noch auf die Zeit der Expansion nach der Wiedervereinigung zurückgeht. Die Modernisierungen und Nachrüstungen in diesen Filialen sind daher besonders aufwendig. Kaufland räumt ein, dass der Zustand der Filialen nach der Übernahme von mehr als 100 Real-Standorten nicht immer den Erwartungen entsprach und die Substanz vieler Standorte hinter den ursprünglichen Planungen zurückblieb.
Die Investitionen in die Kühltechnik und die damit verbundenen Renovierungsmaßnahmen machen einen bedeutenden Teil des gesamten Kaufland-Investitionspakets aus. Das Unternehmen hat jedoch keine genauen Angaben darüber gemacht, wie hoch der Anteil der Investitionen ausfällt, der nach den jüngsten Medienberichten zusätzlich aufgewendet wird. Klar ist jedoch, dass die geplanten 500 Millionen Euro jährlich für die Kühltechnik etwa 2,5 Prozent des Deutschland-Umsatzes von Kauflands Muttergesellschaft Schwarz-Gruppe ausmachen. Für das Geschäftsjahr 2023/24 belief sich dieser Umsatz auf 21 Milliarden Euro.
Die Dimensionen der geplanten Investitionen werden auch durch die Bilanz der Kaufland Stiftung & Co. KG verdeutlicht, die für wesentliche Teile des deutschen und internationalen Geschäfts verantwortlich ist. In dieser Bilanz werden 680 Millionen Euro an Investitionen in Sachanlagen ausgewiesen, einschließlich Ausgaben für Immobilien im Ausland. Dies zeigt, wie umfangreich das Modernisierungspaket von Kaufland ist und welche finanziellen Mittel hierfür bereitgestellt werden.
Kaufland hat bisher keine weiteren Informationen zu den Quellen der Finanzierung des Investitionspakets preisgegeben. Die langfristigen Ziele des Unternehmens sind jedoch klar: Durch die umfangreichen Investitionen in moderne Kühltechnik und eine umfassende Sanierung der Filialen möchte Kaufland seine Marktposition in Deutschland weiter stärken und zukunftsfähig bleiben.

