Die Edeka-Region Nordbayern-Sachsen-Thüringen liegt in einem grundsätzlich starken Discounter-Gebiet. Nordbayern ist das Stammgebiet von Norma und auch der Edeka-Discounter Netto ist mit einem Marktanteil von ca. 10,5 Prozent laut NielsenIQ aus allen sieben Edeka-Regionen hier am stärksten vertreten. Nimmt man noch die beiden Platzhirsche Aldi und Lidl dazu, kommt der Discount in dem Gebiet auf einen Gesamtmarktanteil von 46,5 Prozent. Trotz dieser Nachbarschaftsverhältnisse setzen die Genossen auf eine Expansionsstrategie mit dem Diska-Format.
Laut Informationen, die der Lebensmittelzeitung vorliegen, hält die Region mit Sitz in Rottendorf einiges von dem Format. Ansonsten wäre es auch schwer vorstellbar, dass weiter in die Expansion des Regionaldiscounters investiert wird. Genaue Zahlen liegen der LZ nicht vor, aber aus dem Geschäftsbericht des vergangenen Jahres geht hervor, dass auch nach dem besonders guten Corona-Jahr 2020 die Umsätze um 2 Prozent auf 262,3 Mio. Euro (netto) gesteigert werden konnten.
Bei Diska handelt es sich um das letzte Regionaldiscounter-Konzept, dass von Edeka noch betrieben wird. Für die guten wirtschaftlichen Ergebnisse ist auch der Umgang mit dem Format essenziell. Die Rottendorfer Edeka-Region nutzt die Vertriebsschiene nicht stiefkindlich als Notlösung, sondern investiert in Neubauten und stellt die Läden möglichst gut auf. Beispielsweise soll pünktlich zu Weihnachten ein neuer Laden im sächsischen Mohorn eröffnen. Der Ort verfügt selbst zwar nur über 1.300 Einwohner, liegt jedoch auf der direkten Strecke zwischen Dresden und Freiberg.
Ganz so makellos kommt jedoch nicht jeder Standort daher. Die Grundidee hinter der Idee des regionalen Discounters war, ein Verwertungskonzept für schwierige Standorte im Petto zu haben. Dennoch kommen immer mehr Neubaustandorte dazu. Im fränkischen Ahorn wurde im Juli ein Markt mit 800 m² Verkaufsfläche frisch ans Netz gebracht. An diesem Standort lässt sich auch die letzte Entwicklung des aktuellen Konzepts bestaunen. Zwar sollte dazu eigentlich ein Metzger gehören, aus Platzgründen reichte es jedoch lediglich zu einem Vorkassenbäcker.
Diska vertreibt mit 8.000 Artikeln ein für den Discount außerordentlich umfassendes Sortiment. Einen wichtigen Anker spielt dabei die Edeka-Preiseinstiegs-Marke Gut & Günstig. Es finden sich darüber hinaus auch noch weitere Edeka-Eigenmarken in den Regalen, wie die Haushaltswaren-Marke „Zuhause“.
Diska wird aus strategischen Gründen in Regie betrieben. Das Konzept soll an Standorten zum Einsatz kommen, wo ein wirtschaftlicher Betrieb selbstständige Kaufleute noch nicht möglich ist. Somit kann verhindert werden, dass bestimmte Nischen von Konkurrenten besetzt werden. Der Discount-Wettkampf in der Region ist wie bereits erwähnt stark und somit sollte bei attraktiven standörtlichen Gelegenheiten nicht zu lange gezögert werden. Macht sich ein Diska-Standort besonders gut, steht eine künftige Umflaggung auf Edeka in Aussicht.
