Im Geschäftsjahr 2025/26, das Ende Februar abgeschlossen wurde, erzielte die Baumarktsparte von Hornbach in Deutschland einen Nettoumsatz von rund 2,85 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf vergleichbarer Verkaufsfläche lag das Wachstum bei 0,8 Prozent. Damit entwickelte sich das Unternehmen deutlich besser als der Gesamtmarkt, der flächenbereinigt einen Rückgang von 1,4 Prozent verzeichnete.
Auch im internationalen Geschäft setzte sich die positive Entwicklung fort. Einschließlich der Aktivitäten in acht weiteren europäischen Ländern erhöhte sich der Umsatz der Baumarktsparte um vier Prozent auf 6,08 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Fläche betrug das Wachstum 2,4 Prozent. Nach Unternehmensangaben profitiert Hornbach derzeit insbesondere von einer steigenden Nachfrage seitens professioneller und gewerblicher Kunden. Diese Kundengruppe macht inzwischen mindestens ein Fünftel der gesamten Kundschaft aus. Ausschlaggebend seien unter anderem die umfassende Beratung, das breite Sortiment sowie die dauerhaft wettbewerbsfähige Preispositionierung des Unternehmens.
Die zunehmende Internationalisierung des Geschäfts spiegelt sich auch in der Umsatzstruktur wider. Mittlerweile werden weniger als 47 Prozent der Konzernumsätze in Deutschland erwirtschaftet. Damit nimmt die Bedeutung des Heimatmarktes für den Gesamtkonzern weiter ab. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich beim Ergebnisbeitrag der einzelnen Regionen.
Der Konzern, zu dem neben dem Baumarktgeschäft auch ein Baustoffhandel sowie ein Immobilienbereich gehören, erzielte im vergangenen Geschäftsjahr ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) von 265 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem leichten Rückgang von 1,8 Prozent. Der Anteil des Deutschlandgeschäfts am operativen Ergebnis sank dabei auf rund 24 Prozent, nachdem er im Vorjahr noch bei 29 Prozent gelegen hatte.
Die Hornbach Baumarkt AG erwirtschaftete insgesamt 235 Millionen Euro operatives Ergebnis. Davon entfielen lediglich rund 50 Millionen Euro auf Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von etwa elf Prozent. Die Entwicklung verdeutlicht, dass die Ertragskraft des klassischen Handelsgeschäfts weiterhin unter Druck steht. Eine zunehmend wichtige Rolle spielt dagegen das Immobiliengeschäft des Konzerns. Mehr als die Hälfte des Ergebnisses der Baumarktsparte wird mittlerweile durch den Bau, die Vermietung sowie die konzerninterne Weitervermietung von Immobilien erwirtschaftet.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Hornbach angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten mit einer insgesamt stabilen Entwicklung. Das bereinigte operative Ergebnis soll sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegen, während beim Umsatz ein Wert auf oder leicht über Vorjahresniveau erwartet wird. Nach Unternehmensangaben verlief der Start in die wichtige Frühjahrssaison bislang erfreulich.
Herausfordernd bleibt jedoch die Beschaffungsseite. Der Konzern sieht sich derzeit mit mehr als 400 Preisforderungen von Industriepartnern konfrontiert. Als Begründung werden unter anderem gestiegene Rohstoffkosten infolge der jüngsten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten angeführt. Hornbach prüft nach eigenen Angaben jede Forderung sorgfältig und verlangt von den Lieferanten eine nachvollziehbare Begründung der Kostensteigerungen. In einzelnen Fällen werden auch zeitlich befristete Preisanpassungen vereinbart.
Im Bereich Investitionen setzte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025/26 rund 220 Millionen Euro ein. Für das laufende Jahr ist ein deutlich höheres Investitionsvolumen vorgesehen. Ein wesentlicher Treiber ist dabei die geplante Expansion nach Serbien, wo Ende 2027 der erste Hornbach-Standort eröffnet werden soll.
Zur Finanzierung weiterer Wachstumsprojekte hat der Konzern zudem ein Schuldscheindarlehen über 300 Millionen Euro aufgenommen. Die Mittel sollen unter anderem dazu dienen, eine im Oktober fällige Unternehmensanleihe der Hornbach Baumarkt AG mit einem Volumen von 250 Millionen Euro abzulösen und gleichzeitig die weitere Expansion des Unternehmens zu unterstützen.
