Insbesondere bei Molkereiprodukten, Müsli und Cerealien sind Clean Label-Produkte stark vertreten. Laut einer Umfrage des POS Proficlubs von LZ Direkt führen fast die Hälfte der befragten Händler in diesen Kategorien Produkte mit Clean Label. Auch in anderen Bereichen wie Süßwaren, Brot und Backwaren sowie Convenience-Snacks sind Clean Label-Produkte auf dem Vormarsch.
Die wachsende Nachfrage nach Clean Label-Produkten spiegelt sich auch in den Vertragsgrundlagen zwischen Handel und Industrie wider. Immer häufiger wird vereinbart, dass bestimmte Erzeugnisse ohne kritische Zusatzstoffe hergestellt werden sollen. Unternehmen wie Famila und Lidl setzen verstärkt auf eigene Marken, bei denen auf eine Reduzierung oder den Verzicht auf bestimmte Zusatzstoffe geachtet wird.
Für Tegut hat Clean Label sogar das Potenzial, gegenüber der Konkurrenz zu punkten. Das Unternehmen strebt an, weniger Zusatzstoffe als die Mitbewerber einzusetzen, ohne dabei die Lebensmittelsicherheit zu beeinträchtigen. Dabei betont Tegut, dass es nicht nur um Marketing geht, sondern um eine klare Haltung für Nachhaltigkeit und abwechslungsreiche Ernährung.
Auch Discounter wie Aldi Süd reagieren auf die steigende Nachfrage nach Clean Label-Produkten, indem sie verstärkt auf die Abwesenheit bestimmter Zutaten oder Zusatzstoffe bei ihren Eigenmarken hinweisen. Dies führt nicht nur zu einer höheren Transparenz für die Kunden, sondern trägt auch dazu bei, das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung zu stärken.
Trotz der aktuellen Herausforderungen aufgrund der Inflation bleibt die Nachfrage nach Bio-Produkten hoch, da diese ohnehin weniger Zusatzstoffe enthalten als konventionelle Ware. Der Handel reagiert darauf, indem er sein Angebot an Clean Label-Produkten ausweitet und verstärkt auf eine klare Kennzeichnung setzt.
