Im Gespräch mit der Fachpresse kündigte Marketingchef Marko Mihajlovic an, dass die Baumarktkooperation im kommenden Jahr ihr Loyalty-Programm in Deutschland und Österreich umfassend überarbeiten werde. Der Fokus soll dabei auf den Bereichen Digitalisierung, Personalisierung, Incentivierung und Individualisierung liegen, um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden und gleichzeitig die Attraktivität für die Mitglieder zu erhöhen.
Mihajlovic, der seit zwei Jahren bei Hagebau tätig ist, bringt umfassende Erfahrungen aus seiner vorherigen Position als Geschäftsbereichsleiter bei Edeka mit, wo er eng mit dem damaligen Marketingvorstand zusammenarbeitete. Diese Erfahrung soll ihm helfen, die Marketingstrategie von Hagebau weiterzuentwickeln und das Unternehmen im zunehmend digitalen Wettbewerb besser aufzustellen.
Unter der Leitung von Mihajlovic hat Hagebau bereits erste Schritte in Richtung Digitalisierung unternommen. Im Mai dieses Jahres wurde erstmals eine Rabattcoupon-Funktion in die Hagebau-App integriert. Seit kurzem fördert das Unternehmen zusätzlich Rabatte für Kunden, die die App herunterladen, um so die Nutzung und Reichweite weiter zu erhöhen. Mihajlovic geht davon aus, dass die Zahl der regelmäßigen App-Nutzer bis zum nächsten Jahr auf über eine Million ansteigen wird. Diese App ist Teil einer umfassenden Digitalisierungsstrategie, die Hagebau 2024 lanciert hat, um die Online-Umsätze der Gesellschafter direkt zuzuordnen – ein Thema, das zu einem Wechsel von Petra Gillet, einer ehemaligen Hagebau-Kauffrau und nun bei Obi tätig, geführt hatte. Gillet hatte das geringe Tempo der Digitalisierung bei Hagebau als einen der Hauptgründe für ihren Abgang genannt.
Trotz der Fortschritte im digitalen Bereich bleibt das stationäre Geschäft für Hagebau weiterhin von zentraler Bedeutung. Der Online-Shop wächst zwar, jedoch auf einem vergleichsweise kleinen Niveau. Bis 2026 strebt das Unternehmen an, die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro (brutto) im Online-Geschäft zu überschreiten. Das langfristige Ziel ist es, den Online-Shop sowie das neue Loyalty-Programm so zu integrieren, dass sie auch den stationären Handel stärken und die Kunden verstärkt in die Märkte führen.
Im Rahmen des neuen Programms soll die seit 1997 bestehende, traditionell eingesetzte Kundenkarte ersetzt werden. Diese Karte hat derzeit eine Durchdringungsquote von 40 bis 50 Prozent in den verschiedenen Regionen und Märkten, was für Hagebau eine solide Kundenbasis darstellt. Allerdings soll das neue System flexibler und moderner gestaltet werden, um auf die veränderten Anforderungen des Marktes und der Kunden einzugehen. Ziel ist es, den Gesellschaftern ab 2024 die Möglichkeit zu geben, individuelle Werbung für ihre Märkte zu schalten – ein wichtiger Schritt, um die Kundenbindung weiter zu verstärken und die Zusammenarbeit innerhalb der Kooperation zu intensivieren.
„Unser Ziel ist es, das neue System nicht nur zeitgemäß zu gestalten, sondern auch wettbewerbsfähig im Markt zu positionieren“, erklärt Mihajlovic. Im Herbst 2023 steht die Entscheidung der Gesellschafter noch aus, aber Mihajlovic ist zuversichtlich, dass das neue Konzept eine breite Unterstützung finden wird.
Hagebau setzt mit dem geplanten neuen Kundenbindungsprogramm klare Akzente in der Digitalisierung und Kundenansprache. Durch die geplante Ablösung der bestehenden Kundenkarte und die Einführung einer individuelleren und flexibleren Lösung möchte das Unternehmen die Markentreue seiner Kunden steigern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit im Baumarktsektor verbessern. Mit einem klaren Fokus auf die Integration von Online- und Offline-Welt sowie einer gezielten Ansprache der Kunden durch personalisierte Angebote, verfolgt Hagebau eine nachhaltige Wachstumsstrategie in einem zunehmend digitalisierten Umfeld.
