Gläubiger stimmen umfangreichem Insolvenzplan bei Galeria zu

30. März 2023 - Die jüngsten Entwicklungen bei Galeria/Karstadt/Kaufhof (Galeria) markieren einen bedeutsamen Schritt auf dem Weg zur Sanierung des Warenhausunternehmens. Nachdem die Gläubiger dem umfangreichen Insolvenzplan zugestimmt haben, steht das Unternehmen vor einer neuen Ära. Die Zustimmung erfolgte nach einer intensiven Abstimmung in Essen und signalisiert einen Fortschritt im Bemühen, Galeria zu restrukturieren.

Quelle: Epizentrum/Wikipedia Commons

Der Insolvenzplan sieht vor, dass Galeria trotz Fortbestands 47 der insgesamt 129 Filialen schließen wird. Diese Maßnahme geht mit einem erheblichen Verzicht der Gläubiger auf rund 1,4 Milliarden Euro einher. Diese strategische Entscheidung wird voraussichtlich eine Reduzierung der Belegschaft um etwa 3.000 Mitarbeiter bedeuten, was sowohl für das Unternehmen als auch für die betroffenen Mitarbeiter eine Herausforderung darstellt.

Während derzeit 82 Filialen als sogenannte Fortführungsfilialen betrachtet werden, besteht die Möglichkeit, dass sich diese Zahl noch erhöht. Einige Vermieter haben bereits ihre Bereitschaft signalisiert, das Unternehmen zu unterstützen, und es laufen weiterhin Gespräche mit potenziellen Übernehmern für die Schließungsfilialen. Diese Entwicklungen könnten dazu beitragen, den sozialen und wirtschaftlichen Einfluss der Schließungen zu mildern.

In den Filialen, die fortgeführt werden, plant das Unternehmen Aachener eine umfassende Neugestaltung. Dabei soll die Verkaufsfläche im Durchschnitt um etwa 20% verkleinert werden. Dies könnte durch verschiedene Maßnahmen wie die Neugestaltung der Ladenlayouts und die Anpassung des Sortiments erreicht werden. Dadurch sollen die verbleibenden Filialen effizienter und rentabler werden.

Die endgültige Bestätigung des Insolvenzplans durch das Amtsgericht Essen steht noch aus, aber bereits jetzt stehen zur Befriedigung der Gläubiger 50 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus hat Signa, der Eigentümer von Galeria, zugesagt, das Unternehmen mit Investitionen von bis zu 200 Millionen Euro zu unterstützen. Dies unterstreicht das Engagement von Signa für die langfristige Zukunft von Galeria und stärkt das Vertrauen in die Sanierungsbemühungen.

Trotz der Zustimmung zum Insolvenzplan hat die Gewerkschaft Verdi Protestaktionen organisiert, um auf die sozialen Auswirkungen der Schließungen aufmerksam zu machen. Die Aktionen richteten sich gegen den Eigentümer Signa und forderten eine verstärkte soziale Verantwortung. Verdi betonte, dass sie weiterhin aktiv für den Schutz der Arbeitsplätze und die Rechte der Mitarbeiter eintreten werden.

Die Ernennung des Belgiers Olivier van den Bossche zum neuen CEO von Galeria markiert einen Wechsel an der Unternehmensspitze. Der bisherige CEO Miguel Müllenbach wechselt in die Geschäftsführung von Signa Retail und erhält einen Sitz im Aufsichtsrat von Galeria. Diese personellen Veränderungen spiegeln die Anpassungen wider, die das Unternehmen im Zuge der Restrukturierung vornimmt, um seine Position im Markt zu stärken und eine nachhaltige Zukunft zu sichern.