Mit dem Start der eigenen Versandapotheke hat dm einen wichtigen Schritt vollzogen. Das neue Angebot ist seit Ende Dezember verfügbar und dürfte bereits über die Feiertage erste Nutzer gefunden haben. Seine eigentliche Wirkung wird dm-med jedoch erst im ersten vollständigen Geschäftsjahr entfalten. Schon 2025 hat sich abgezeichnet, dass dm das Thema Gesundheit strategisch als zentrales Wachstumsfeld definiert hat und damit eine neue Richtung vorgibt.
Sebastian Bayer, Geschäftsführer Marketing und Beschaffung bei dm, unterstreicht diesen Anspruch deutlich: „Im Jahr 2026 setzen wir auf ein innovatives Sortiment mit einem klaren Fokus auf Gesundheit – dazu zählen unsere Versandapotheke ebenso wie zusätzliche Gesundheitsdienstleistungen in den dm-Märkten.“ Bereits heute bietet der Händler in ausgewählten Filialen Services wie Seh-, Blut- oder Hautanalysen an. Damit positioniert sich dm bewusst über die klassische Rolle des Nahversorgers hinaus und entwickelt seine Standorte schrittweise zu Anlaufstellen für gesundheitsbezogene Leistungen. Für eine flächendeckende Umsetzung sind allerdings noch rechtliche Fragen zu klären und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.
Auch Müller reagiert auf den wachsenden Stellenwert des Gesundheitsthemas. Der drittgrößte Anbieter im deutschen Drogeriemarkt hat in einzelnen Filialen eigene Gesundheitswelten etabliert, weitere Standorte sollen folgen. Aus der Unternehmenszentrale in Ulm heißt es, man beschäftige sich intensiv mit Zukunftsfeldern wie Gesundheit und Prävention und entwickle diese strategisch weiter. Rossmann hält sich bislang mit konkreten Ankündigungen zurück, beobachtet die Initiativen der Wettbewerber jedoch sehr genau.
Parallel zum Ausbau der Gesundheitsangebote bleibt die Preisgestaltung ein zentrales Thema. Angesichts einer weiterhin hohen Preissensibilität der Verbraucher betonen die Drogerieketten ihre Bemühungen um attraktive Konditionen. „Wir richten unser Sortiment so aus, dass es auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten den Bedürfnissen unserer Kunden entspricht“, erklärt dm-Manager Bayer. Müller verfolgt einen ähnlichen Ansatz und setzt dabei stark auf Digitalisierung. Ziel sei es, Effizienzgewinne zu erzielen, damit steigende Kosten nicht an die Kunden weitergegeben werden müssen.
Darüber hinaus positioniert sich Müller bewusst gegen internationale Billigplattformen wie Temu – insbesondere im stationären Geschäft. Im Non-Food-Segment will das Unternehmen verstärkt auf nachhaltige Produkte setzen, die langlebige und qualitativ hochwertige Alternativen zu günstigen Einwegartikeln aus Kunststoff darstellen. Nach Einschätzung des Händlers wird sich gerade auf der Verkaufsfläche entscheiden, welche Anbieter künftig lediglich Ware präsentieren und welche durch gezielte Sortimentsgestaltung echten Mehrwert schaffen.
Insgesamt zeigt sich: Gesundheit, Prävention und Service entwickeln sich zu entscheidenden Differenzierungsmerkmalen im Drogeriemarkt – mit spürbaren Auswirkungen auf Konzepte, Flächen und Wettbewerbsstrategien.
