Nach der Ankündigung, 47 der derzeit 129 Kaufhäuser zu schließen, wird nun deutlich, was auf die verbleibenden Filialen zukommt. Die Gesamtverkaufsfläche soll um etwa 20 Prozent reduziert werden, was wahrscheinlich auch einen ähnlich großen Personalabbau mit sich bringen wird. Galeria strebt dabei eine Erhöhung der Flächenproduktivität um mindestens 20 Prozent an.
Der Zeitplan für diese Umstrukturierungsmaßnahmen ist straff: Die ersten Filialen sollen bereits ab August umgebaut werden, gefolgt von weiteren Standorten im Herbst. Der Höhepunkt wird 2024 und 2025 erwartet, wenn jeweils gut 20 Filialen umgebaut werden sollen. Die Mehrheit des Netzwerks soll bis Ende 2026 modernisiert sein, wobei einige Standorte erst 2028 angegangen werden. Die meisten Umbauten sollen innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen sein.
Die Tiefe der Einschnitte variiert von Standort zu Standort. In den meisten Fällen sollen die Filialen um mindestens eine Etage verkleinert werden, während in einigen Standorten wie Berlin-Spandau, Chemnitz, Köln Breite Straße und Mülheim-Heissen die Verkaufsflächen sogar um rund die Hälfte oder mehr reduziert werden sollen.
Darüber hinaus plant Galeria in vier Warenhäusern die Galeria Markthalle genannten eigenen Lebensmittelabteilungen zu schließen. Dies betrifft die Standorte Hermannplatz und Tempelhof in Berlin, Chemnitz und Darmstadt. An einigen Standorten, wie etwa am Hermannplatz, plant der Galeria-Inhaber Signa die Immobilie neu zu entwickeln.
Die Gesamtkosten für diese Sanierungsmaßnahmen wurden auf 300 Millionen Euro geschätzt, wobei Signa 200 Millionen Euro und Galeria selbst 100 Millionen Euro beitragen sollte. Zusätzlich konnten laut einer internen Präsentation auch den Vermietern der Fortführungsfilialen allgemeine Zuschüsse von 100 Millionen Euro sowie Baukostenzuschüsse von bis zu 38 Millionen Euro abgerungen werden.
In Anbetracht dieser umfassenden Sanierungspläne stehen Galeria in den kommenden Jahren große Herausforderungen bevor. Neben den strukturellen Veränderungen an den Standorten und der damit verbundenen Anpassung des Personals wird das Unternehmen auch den Fokus verstärkt auf die Effizienzsteigerung und die Stärkung seiner Wettbewerbsposition legen müssen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese drastischen Maßnahmen auf die langfristige Entwicklung von Galeria auswirken werden und wie der Markt darauf reagieren wird.
