Wie aus internen Auswertungen hervorgeht, fiel der flächenbereinigte Umsatz im wichtigen Weihnachtsquartal – traditionell das umsatzstärkste Vierteljahr im Einzelhandel – etwa vier Prozent unter dem Niveau des Vorjahres aus. Im Januar 2025 setzte sich dieser Trend fort, mit einem Rückgang von knapp fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die Konzernführung rund um CEO Olivier van den Bossche hatte zwar mit einer herausfordernden wirtschaftlichen Gesamtlage gerechnet und die Umsatzplanung zum Start in das neue Geschäftsjahr entsprechend vorsichtig angesetzt. Intern war jedoch noch von einem flächenbereinigten Plus von rund 1,3 Prozent auf insgesamt 2,105 Milliarden Euro ausgegangen worden. Diese Zielmarke gilt nach derzeitigem Stand als kaum noch erreichbar. Zusätzliche Irritation entstand durch eine öffentliche Aussage von Mitgesellschafter Bernd Beetz, der einen Umsatzzielwert von 2,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt hatte – eine Ankündigung, die unternehmensintern für Verwunderung sorgte.
Ungeachtet der schwächeren Umsatzentwicklung steht Galeria auf Ergebnisebene besser da als erwartet. Im abgelaufenen Weihnachtsquartal konnte der Konzern eigenen Angaben zufolge einen Liquiditätsbestand von über 300 Millionen Euro aufbauen – ein deutlich höheres Niveau als ursprünglich prognostiziert. Auch das operative Ziel, im laufenden Geschäftsjahr ein positives EBITDA in Höhe von 54 Millionen Euro zu erreichen, scheint weiterhin realistisch. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2023/24 belief sich das EBITDA laut vorläufigen Zahlen noch auf ein Minus von 102 Millionen Euro.
Ein wesentlicher Grund für die verbesserte Ergebnislage ist die deutlich verschlankte Kostenstruktur, die infolge der letzten Insolvenz umgesetzt wurde. Unter der neuen Eigentümerstruktur – bestehend aus Bernd Beetz und der Familie Baker – positioniert sich Galeria als effizient arbeitender Mittelständler. In der Zentrale wurde die Belegschaft nahezu halbiert, was zu erheblichen Einsparungen bei den Personalkosten geführt hat. Darüber hinaus konnte die Mietbelastung durch umfangreiche Anpassungen um etwa 80 Millionen Euro reduziert werden. Derzeit betreibt das Unternehmen noch 83 Filialen im Bundesgebiet.
Ergänzend zu den Kostensenkungen hat das Management ein sogenanntes „betriebliches Bündnis“ initiiert, das breite Zustimmung in der Belegschaft erfährt. Dieses Modell setzt verstärkt auf erfolgsabhängige Vergütungskomponenten, wodurch sich die laufenden Personalkosten im Vergleich zu einer Rückkehr zum tariflichen Flächentarifvertrag spürbar reduzieren. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen haben über 90 Prozent der Mitarbeitenden der Filiale in Viernheim diesem neuen Vergütungsmodell zugestimmt. Damit fehlt derzeit nur noch das Haus in Dortmund zur vollständigen Umsetzung.
Insgesamt zeigt sich Galeria nach den vergangenen drei Insolvenzverfahren stabiler aufgestellt, auch wenn zentrale Herausforderungen im Kerngeschäft bestehen bleiben. Der Weg zum Turnaround erweist sich als komplex und langwierig. Doch insbesondere die Fortschritte bei Kostendisziplin und Liquidität unterstreichen, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist.
Eine offizielle Stellungnahme zu den aktuellen Entwicklungen und Kennzahlen wurde von Galeria gegenüber der Presse bislang nicht abgegeben.
