Der Insolvenzplan, der beim Amtsgericht Essen eingereicht wurde, offenbart bedrohliche Szenarien für die Gläubiger von Galeria. Sollten sie dem Sanierungskonzept zustimmen, ist nur eine minimale Rückzahlung ihrer Forderungen zu erwarten, voraussichtlich zwischen 2,0 bis 3,5 Prozent. Eine Ablehnung des Plans könnte jedoch zu einem Totalverlust führen und die Gläubiger vor finanzielle Herausforderungen stellen.
Die finanziellen Auswirkungen sind enorm. Galeria schätzt die ungesicherten, nicht nachrangigen Insolvenzforderungen auf bis zu 3,3 Mrd. Euro. Selbst im besten Fall des Insolvenzplans belaufen sich die potenziellen Verluste immer noch auf mindestens 1,4 Mrd. Euro.
Auch für den Bund, der Galeria mit Hilfe des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) unterstützt hat, sieht die Zukunft düster aus. Obwohl Sicherheiten vereinbart wurden, darunter die belgische Tochter Inno und Geschäftsanteile der Tochter Hood Media GmbH, ist fraglich, ob diese ausreichen, um die finanziellen Verluste zu kompensieren.
Ein Blick auf die Umsatzverteilung des Konzerns verdeutlicht die strukturellen Probleme. Im Geschäftsjahr 2021/22 erzielte Galeria einen stationären Einzelhandelsumsatz von 2,45 Mrd. Euro und einen Online-Umsatz von 146 Mio. Euro. Diese Zahlen spiegeln die Herausforderungen in einem "strukturell schwierigen Marktumfeld" wider, wie es heißt.
Es wird deutlich, dass Galeria vor enormen Herausforderungen steht, die weit über finanzielle Belange hinausgehen. Ein M&A-Berater kommt zu dem ernüchternden Schluss, dass ein Verkauf des Unternehmens zu einem relevanten Preis unwahrscheinlich ist. Es ist nicht ausgeschlossen, dass am Ende nur ein symbolischer 1-Euro-Deal als Ausweg bleibt, was für die Gläubiger weitere Unsicherheiten mit sich bringen würde.
