Fressnapf richtet Nonfood-Strategie neu aus

21. November 2025 - Der Heimtiermarkt steht unter hohem Anpassungsdruck, insbesondere im Nonfood-Segment. Vor diesem Hintergrund richtet Fressnapf seine Beschaffungs- und Markenstrategie neu aus und verstärkt die internationale Präsenz in Asien.

Quelle: FIM Unternehmensgruppe

Der Heimtiermarkt steht unter hohem Anpassungsdruck, insbesondere im Nonfood-Segment. Vor diesem Hintergrund richtet Fressnapf seine Beschaffungs- und Markenstrategie neu aus und verstärkt die internationale Präsenz in Asien.

Fressnapf-Gründer Torsten Toeller ist derzeit intensiv damit beschäftigt, neue Produktions- und Lieferpartnerschaften in China aufzubauen. Ein zentraler Schritt ist die kürzlich erfolgte Eröffnung eines eigenen Einkaufsbüros in Hongkong. Zudem nutzte Toeller die China International Pet Show (CIPS) und begleitende Formate der International Pet Industry Convention, um gezielt Kooperationen mit lokalen Herstellern anzustoßen. Der Geschäftsbericht 2024 zeigt: Insbesondere im Nonfood-Bereich bezieht Fressnapf bereits heute einen erheblichen Teil seines Sortiments aus China – dieser Bereich soll künftig weiter gestärkt werden.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der Händler auch aufgrund der aktuellen Marktentwicklung. Laut Branchenreport des Zoofachhandels musste der Nonfood-Bereich im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang hinnehmen. Besonders hart trifft dies den stationären Fachhandel, der erstmals sogar im Futtersegment Umsatzverluste verzeichnete. Der Zentralverband der Heimtierbranche (ZZF) führt diese Entwicklung auf die angespannte wirtschaftliche Situation vieler Konsumenten und deren Zurückhaltung bei Anschaffungen zurück. Zusätzlich verschärfen preisaggressive Online-Anbieter wie Shein und Temu den Wettbewerb, da sie insbesondere Nonfood-Produkte im Niedrigpreissegment sehr günstig anbieten und damit klassische Fachhändler unter Druck setzen.

Als Reaktion arbeitet Fressnapf nach Brancheninformationen an einer Umstrukturierung seines Private-Label-Portfolios. Nach Informationen der LZ sollen die Eigenmarken Multifit und Fit + Fun zusammengeführt werden. Während Multifit im mittleren Preissegment als etablierte Einstiegsmarke des Fachhandels gilt, deckt Fit + Fun bislang die Discountschiene bei Futter und Nonfood ab. Eine Bündelung unter dem Markendach Multifit könnte das Nonfood-Angebot qualitativ stärken und zugleich redundante Futterprodukte vermeiden. Offiziell äußert sich Fressnapf bislang zurückhaltend: Man könne derzeit „keine grundlegenden Veränderungen im Markenportfolio kommunizieren“. Bereits erfolgt ist jedoch der Ausbau im Premiumsegment: Mit der Nonfood-Linie „More Lifestylepets“ hat Fressnapf seine hochwertige Produktwelt zuletzt erweitert.

Eigenmarken bleiben für das Unternehmen ein zentraler Umsatztreiber. Rund die Hälfte des Gesamtumsatzes entfällt auf Produkte der eigenen Markenfamilie. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte die Gruppe netto 3,57 Mrd. Euro – eine Kennzahl, die die Bedeutung eines strategisch geschärften Eigenmarken- und Einkaufsportfolios unterstreicht.