Der Gesamt-Bruttoumsatz der Handelsgruppe konnte um 19,8 Prozent auf 3,17 Mrd. Euro gesteigert werden. Dieses Ergebnis übertrifft sogar die außerordentlich hohen Erwartungen, die sich das Unternehmen selbst gesetzt hatte. Angepeilt waren ursprünglich rund 10 Prozent Plus. Diese Prognose wurde dann tatsächlich fast verdoppelt.
Jede Krise kennt Gewinner und Verlierer. Fressnapf konnte enorm von den Auswirkungen der Pandemie profitieren. Tierbedarfsmärkte wurden von der Bundesregierung als systemrelevant eingestuft und waren entsprechend von den behördlich angeordneten Schließungen im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht betroffen. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass wohl einige Menschen, die viele Zeit daheim mit einem tierischen Partner teilen wollten. So hat die Zahl der Haustiere seit Pandemiebeginn um 7 Prozent zugelegt, die Anzahl der Haushalte mit Haustieren um 4 Prozent. Zusätzlich dazu konnte Fressnapf stärker als die Konkurrenz wachsen.
Im Heimatmarkt Deutschland konnte Fressnapf vergangenes Jahr 1,81 Mrd. Euro umsetzen. Das entspricht einem Plus von 15,4 Prozent. In den übrigen zehn europäischen Ländern, in denen Fressnapf aktiv ist, konnten die Erlöse sogar um 26,2 Prozent erhöht werden. Der Umsatz betrug hier 283 Mio. Euro. Die größte Zunahme gelang dem Tierbedarfshändler jedoch in der digitalen Sparte. Johannes Steegmann äußert sich zu den Fortschritten im hart umkämpften Online-Geschäft: „Wir konnten zum wiederholten Male unsere ambitionierten Wachstumspläne übertreffen und ein Plus von mehr als 54 Prozent verbuchen“.
Fressnapf ist nun in allen Ländern auch online vertreten. Jetzt heißt es logistisch nachziehen. Dafür haben die Krefelder 2021 zwei neue Lager eröffnet. Als reines Online-Versandzentrum fungiert ein Standort, der kürzlich in Polen in Betrieb genommen wurde. Ein weiterer Standort im Großraum Paris in Frankreich fungiert als generelles Logistikzentrum. Fressnapf konnte dadurch Lieferzeiten reduzieren und Kosten in der Logistik senken. Beides kommt am Ende dem Kunden zugute.
Auch in der Expansion waren die Krefelder fleißig. Über 130 neue Läden wurden im letzten Jahr geöffnet. Insgesamt wurde ein dreistelliger Millionenbetrag investiert, um in Dänemark, Italien und Irland zuzukaufen, die Logistik auszubauen und um die IT-Infrastruktur aufzurüsten. Für die Zukunft kündigt Fressnapf an, an dem hohen Tempo bei der Expansion erst einmal nicht loszulassen. Aktuell arbeitet Fressnapf an seinem „Ökosystem“, das Dienstleistungen rund ums Haustier anbieten soll. Mit Launch einer eigenen App und der Integration von Onlinegeschäft mit stationärem Handel entwickelt sich Fressnapf immer mehr zum Omnichannel-Händler.
