Fressnapf fokussiert sich auf Kernsortiment und internationale Expansion

06. Juni 2025 - Die Fressnapf-Gruppe hat eine strategische Neuausrichtung vollzogen und trennt sich gezielt von Geschäftsfeldern, die nicht zum eigentlichen Kerngeschäft gehören. Wie aus aktuellen Informationen zur Unternehmensentwicklung hervorgeht, liegt der Fokus künftig verstärkt auf Effizienz, Kostendisziplin und einer klareren Strukturierung des Konzerns – insbesondere vor dem Hintergrund des wachsenden internationalen Geschäfts.

Quelle: FIM Unternehmensgruppe

Übergangsweise verantwortet derzeit Sebastian van Stiphout die Finanzgeschäfte des Unternehmens. Im Rahmen der aktuellen Geschäftsbilanz erklärte er, dass Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts eingestellt wurden. Auf Nachfrage der Fachpresse bestätigte ein Unternehmenssprecher, dass diese Veränderungen Teil eines umfassenden Umbaus der Konzernstruktur seien. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Auffällig ist jedoch, dass das vormals stark betonte „Ökosystem“, das unter Ex-CEO Johannes Steegmann als strategischer Baustein galt, offenbar nicht weiterverfolgt wird. Dieses Konzept hatte einst die Verknüpfung digitaler Dienste mit dem stationären Handel zum Ziel, scheint aber inzwischen keine Rolle mehr zu spielen.

Seit dem Einstieg eines Investors im Sommer 2024 steht das Thema Kostenkontrolle weit oben auf der Agenda. Laut Unternehmensangaben konnten in der Zentrale bereits Einsparungen in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro realisiert werden. Ziel ist es, Prozesse zu straffen und die Schlagkraft der internationalen Landesgesellschaften zu erhöhen. Zu diesem Zweck wurden zentrale Funktionen wie Finanzen, Lieferkettenmanagement und der Einkauf von Eigenmarken organisatorisch vom deutschen Tagesgeschäft abgetrennt. Die aktuell in 13 Ländern vertretenen Auslandsgesellschaften sollen künftig eigenständiger agieren, etwa bei Sortimentsentscheidungen oder operativen Prozessen.

Trotz dieser strukturellen Anpassungen verzeichnete Fressnapf im Geschäftsjahr 2024 ein solides Umsatzwachstum von 5 Prozent. Der konsolidierte Nettoumsatz belief sich auf 3,57 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA lag bei 342 Millionen Euro. Van Stiphout betonte, dass der weiterhin starke Cashflow dem Unternehmen Spielraum für weitere Investitionen in die Modernisierung und Expansion des Filialnetzes verschaffe.

Ein bedeutender Schritt in diesem Kontext war die Akquisition des italienischen Marktführers Arcaplanet. Zur Finanzierung des Zukaufs wurde im November eine Anleihe platziert. Weitere externe Finanzierungsmaßnahmen sind laut Unternehmensangaben derzeit nicht vorgesehen.

Auch im Bereich E-Commerce verfolgt Fressnapf ambitionierte Ziele. Ab Herbst 2025 soll der flächendeckende Rollout von Click & Collect erfolgen. Dieser Schritt soll mittelfristig dazu beitragen, den Online-Anteil am Gesamtumsatz von aktuell 13 Prozent auf über 20 Prozent zu steigern. Im Preiswettbewerb, sowohl im stationären Handel als auch online, sieht sich Fressnapf mittlerweile auf Augenhöhe mit der Konkurrenz oder sogar im Vorteil.

Die strategische Neuausrichtung der Fressnapf-Gruppe markiert damit einen klaren Schritt hin zu operativer Exzellenz, einem stärkeren internationalen Profil und einer präziseren Marktpositionierung im Kerngeschäft. Die Umstrukturierung soll nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit sichern, sondern auch die Grundlage für nachhaltiges Wachstum in einem zunehmend dynamischen Marktumfeld schaffen.