Fressnapf bündelt Steuerung der Märkte

06. Februar 2026 - Fressnapf richtet seine Vertriebsverantwortlichkeiten in Deutschland neu aus, um das Wachstum im heimischen Markt gezielter voranzubringen. Seit Beginn des Jahres übernimmt Adriano Iemma die Funktion des Director Retail/Stores innerhalb der deutschen Organisation. In dieser Rolle liegt die Gesamtverantwortung für die Steuerung sämtlicher Märkte in Deutschland bei ihm – ausdrücklich einschließlich der Franchise-Standorte. Ziel ist es, übergreifende Standards und Prozesse zu etablieren und die Entwicklung des Marktes konsistenter zu gestalten.

Quelle: FIM Unternehmensgruppe

Zuvor war der Vertrieb in Deutschland anders zugeschnitten: Bartlomiej Letocha, der das Unternehmen Ende September verlassen hat, verantwortete als Sales Director ausschließlich die Regiemärkte. Nach Angaben von Fressnapf erfolgte sein Ausscheiden auf eigenen Wunsch. Mit der neuen Struktur geht das Unternehmen nun einen Schritt weiter und fasst die Verantwortung für alle Marktformen unter einem Dach zusammen.

Der deutsche Markt nimmt innerhalb der Fressnapf-Gruppe eine besondere Stellung ein, da er überwiegend von Franchisepartnern getragen wird und sich damit deutlich von den Auslandsorganisationen unterscheidet. Vor diesem Hintergrund soll Iemma format- und regionsübergreifend für einheitliche Standards sorgen. Die operative Betreuung der Franchisepartner bleibt jedoch weiterhin organisatorisch getrennt. Nach Unternehmensangaben soll diese Konstellation die Zusammenarbeit zwischen der zentralen Retail-Organisation und dem Franchise-Bereich verbessern und so die Grundlage für ein nachhaltig profitables Wachstum im deutschen Markt schaffen.

Nach Informationen aus dem Markt haben bislang zahlreiche selbstständige Betreiber das sogenannte Future-Store-Konzept noch nicht umgesetzt. Entsprechend heterogen präsentiert sich derzeit das Erscheinungsbild der Märkte. Als ein Grund gelten unter anderem fehlende finanzielle Spielräume für notwendige Investitionen. Um die Umsetzung neuer Konzepte zu beschleunigen, hatte Fressnapf bereits Ende des vergangenen Jahres ein Incentivierungsmodell eingeführt, das gezielt Anreize für die Partner schaffen soll. Zu diesem Zeitpunkt führte Adriano Iemma den Vertrieb bereits interimistisch.

Ein Blick auf die Geschäftszahlen unterstreicht die Bedeutung der Neuausrichtung: Die Fressnapf Holding SE erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Nettoumsatz von 2,95 Mrd. Euro, was vor allem auf die Expansion in den internationalen Märkten zurückzuführen ist. Im deutschen Kernmarkt hingegen gingen die Erlöse leicht zurück und lagen mit 1,505 Mrd. Euro um 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. In dieser Zahl enthalten sind die Umsätze aus Gebühren sowie dem Warenbezug der rund 800 inhabergeführten Märkte. Die Umsätze der etwa 150 selbstständigen Unternehmer fließen hingegen nicht in diese Kennzahl ein. Insgesamt betrieb Fressnapf im Jahr 2024 in Deutschland 198 Regiemärkte.

Mit der gebündelten Vertriebssteuerung verbindet das Unternehmen die Erwartung, bestehende Unterschiede zwischen den Marktformaten schrittweise zu reduzieren und die Leistungsfähigkeit des deutschen Geschäfts langfristig zu stärken.