Feneberg behauptet sich trotz Herausforderungen

13. April 2023 - Immer wieder steigende Preise und das veränderte Kaufverhalten der Kunden stellen den größten Edeka-Händler Feneberg vor Herausforderungen. Dennoch ist es dem Unternehmen aus dem Allgäu gelungen, im Einzelhandel nicht erneut in die Verlustzone zu geraten.

Quelle: Feneberg/feneberg.de

Insbesondere der Ukraine-Krieg und die Inflation haben in der zweiten Hälfte des letzten Geschäftsjahres das Geschäft von Feneberg beeinflusst. Obwohl sich die Auswirkungen dieser Entwicklungen auch in den veröffentlichten Zahlen widerspiegeln, konnte das Unternehmen durch großes Engagement den Verlust im Einzelhandel abwenden. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2020/21 hatte Feneberg nach mehreren Jahren mit Verlusten und einer intensiven Sanierung erstmals wieder einen positiven Jahresabschluss erzielt.

Die Rohertragsmarge sank im letzten Berichtsjahr um 1,3 Prozentpunkte auf 28,9 Prozent des Umsatzes von 466 Millionen Euro (netto). Trotz eines Umsatzwachstums von 3 Prozent - auch aufgrund der Zurückhaltung der Kunden bei Bio- und Regionalprodukten - lag das Rohergebnis um 2,5 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Dennoch konnte die Feneberg Lebensmittel GmbH einen Jahresüberschuss von über 450.000 Euro erzielen, obwohl die aufgelaufenen Verluste weiterhin bei über 50 Millionen Euro liegen.

Das Unternehmen nennt explodierende Preise als Folge des Ukraine-Konflikts als Hauptgrund für die Zurückhaltung der Kunden. Ziel war ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 9,9 Millionen Euro, was einer EBIT-Rendite von rund 2 Prozent entsprochen hätte. Tatsächlich wurden jedoch nur 7,4 Millionen Euro erreicht. Die Tochtergesellschaft Allgäu Freshfoods (AFF), die in diesen Zahlen nicht konsolidiert ist, verzeichnete einen Nettoverlust von 5 Millionen Euro.

Auch im aktuellen Geschäftsjahr bereitet der Produktionsbetrieb Sorgen. Aufgrund der Insolvenz des Bio-Händlers Basic, der mit Feneberg-Produkten beliefert wurde, musste das Unternehmen bereits Maßnahmen ergreifen. Für die Zukunft sieht Feneberg jedoch große Chancen, den Umsatz mit Drittkunden auszubauen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2022/23 erwartet der Geschäftsführer Oliver Oechsle im Handelsgeschäft ein nominelles Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich und ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres. Das veränderte Kundenverhalten wirkt sich weiterhin negativ auf Umsatz und Marge aus, wobei der Absatz von margenstarken Regional- und Biosortimenten besonders leidet.