Europäische Datenschützer sehen Google Analytics kritisch

28. Januar 2022 - Das Daten-Tool Google Analytics wird von zahlreichen Webseiten-Betreibern auch hierzulande eingesetzt, um Informationen über die Interaktion von Besuchern mit der eigenen Webseite auszuwerten. Es liefert beispielsweise Informationen für Shop-Betreiber, wer sich wann für welche Produkte interessiert, oder welche Zielgruppe vor allem von der eigenen Präsentation erfolgreich angesprochen wird. Wegen der einfachen Integration in die eigene Webseite und den Umfang an Funktionen, genießt das Tool weite Verbreitung, auch in Deutschland.

Quelle: Tingey Injury Law Firm/unsplash.com

Das Daten-Tool Google Analytics wird von zahlreichen Webseiten-Betreibern auch hierzulande eingesetzt, um Informationen über die Interaktion von Besuchern mit der eigenen Webseite auszuwerten. Es liefert beispielsweise Informationen für Shop-Betreiber, wer sich wann für welche Produkte interessiert, oder welche Zielgruppe vor allem von der eigenen Präsentation erfolgreich angesprochen wird. Wegen der einfachen Integration in die eigene Webseite und den Umfang an Funktionen, genießt das Tool weite Verbreitung, auch in Deutschland.

In Zukunft könnte die weitere Nutzung jedoch problematisch werden, denn die Software gerät mehr und mehr ins Visier europäischer Datenschützer. Ausschlaggebend ist eine Entscheidung des europäischen Gerichtshofs vom Sommer 2020. Der österreichische Datenschutzaktivist Maximilian Schrems klagte, da EU-Unternehmen keine personenbezogenen Daten von EU-Bürgern an Drittländer übermitteln dürfen, solange diese nicht ähnlich strenge Datenschutzverordnungen durchsetzen, wie die europäische DSGVO. Google übermittelt Daten, die durch das Analytics-Tool gesammelt werden in die USA, wo die übermittelten Daten unter Umständen von US-Geheimdiensten abgehorcht werden können.

Für Unternehmen, die nicht gegen die DSGVO verstoßen wollen, wird es bald eng. Google Analytics lässt sich wahrscheinlich in momentaner Ausführung nicht so nutzen, dass es konform mit der europäischen Datenschutzverordnung ist. Problematisch in diesem Zusammenhang ist nur, dass Google eine de facto Monopolstellung in der Datenauswertung für Webseitenbetreiber innehält. Es wird für Unternehmen schwer werden, einen Ersatz bei der Konkurrenz des amerikanischen Internet-Giganten zu finden.

Bisweilen weist Google selbst jede Schuld von sich. In einem Blogbeitrag weist der zuständige Manager Russell Ketchum darauf hin, dass Nutzer des Analyse-Dienstes ausdrücklich Datensätze freigeben müssen, die für die Auswertung genutzt werden dürfen. Damit hat er zwar prinzipiell recht, das ändert jedoch nichts daran, dass die Unternehmen die Software dann schlicht und ergreifend nicht mehr in Europa nutzen können.

Währenddessen tauchen immer mehr Stimmen auf, die eine politische Lösung fordern. Dazu müssten sich die EU und die USA auf einen gemeinsamen Datenschutzstandard festlegen, der von beiden Seiten akzeptiert wird. Was bis dahin geschieht ist nicht klar. Aktuell nutzt beispielsweise Aldi Nord bereits eine Alternative. Adobe Analytics ist laut dem Unternehmen vollständig mit der DSGVO konform. Aldi Süd, die österreichische Tochter Hofe und auch Otto verzichten komplett auf die Nutzung des Tools. Für Unternehmen, die auf die Google-Analyse setzen, heißt es jedoch vorerst, dass man sich Wohl oder Übel nach einer Alternative umschauen muss.