Der gesamte Lebensmitteleinzelhandel sieht sich momentan mit steigenden Kosten und geringer werdenden Margen konfrontiert. Das gilt auch für die Schwarz-Gruppe. Zusätzlich zu den Problemen im Zusammenhang mit der anhaltend hohen Inflation und der Preisexplosionen bei der Energie belasten steigende Zinsen die Bilanz für das laufende Jahr. Auf eine Anfrage der Lebensmittelzeitung erklärt Lidl beispielsweise, dass wegen „gestiegener Energie-, Transport- und Finanzierungskosten sowie relevanter Währungsrisiken“ mit einer Belastung des Ergebnisses gerechnet wird.
Die Umsätze der Neckarsulmer steigen zwar, aber die gestiegenen Kosten können momentan nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden. Trotz dieser besorgniserregenden Lage wird weiterhin investiert. Dabei geht es zum einen um die fortschreitende Modernisierung des Filialnetzes, zum anderen um den momentanen Aufbau einer eigenen Reederei.
Das letzte Geschäftsjahr 2021/22 war nicht nur von segensreichen Umsatzentwicklungen, sondern auch von einer Verbesserung des Ergebnisses geprägt. Dies lässt sich aus den mittlerweile veröffentlichten Bilanzen herauslesen. Die Lidl Stiftung präsentiert einen Überschuss von 2,14 Mrd. Euro. Das entspricht einer Zunahme um 5,7 Prozent. Die Ergebnisse von Lidl Deutschland und Frankreich müssen diesem Ergebnis hinzugerechnet werden, da sie nicht bei der Stiftung konsolidiert werden.
Auch bei der Kaufland-Stiftung sieht das Ergebnis gut aus. Insgesamt sind es 306 Mio. Euro und es fällt damit 3 Prozent besser aus als noch im Vorjahr. Bei Kaufland sind die Auslandsgesellschaften ebenfalls wichtig und sorgen für knapp 40 Prozent des Gesamterlöses. Für Kaufland trägt das Geschäft in Deutschland einen größeren Anteil als für die Discount-Schwester. Lidl erzielt nur noch ungefähr ein Viertel der Erlöse im Inland.
Mit den gestiegenen Erträgen ist auch das Eigenkapital der Schwarz-Führungsgesellschaft gewachsen. Insgesamt handelt es sich um eine Zunahme um 2,8 Mrd. Euro auf rund 24 Mrd. Euro. Lidl meint dazu, dass ein Teil davon währungsbedingt zustande kommt. Die Erhöhung des Eigenkapitals zeigt, dass die Gruppe den Großteil der Gewinne im Unternehmen behält. Die Nettoverschuldung der Stiftungen hat um 4 Mrd. Euro auf 14,1 Mrd. Euro zugenommen. Die Eigenkapitalquoten konnten dennoch erhöht werden. Bei der Lidl Stiftung sind es 35 Prozent, bei Lidl Deutschland 29,3 Prozent und bei Kaufland sind es 27,9 Prozent. Aktuell rechnet Lidl nicht mit erneuten Steigerungen des Ergebnisses, Kaufland geht sogar von einem leichten Rückgang aus.
