Konkret erkennt das Preisurteil beachtliche KI-Anwendungen im Handel: Der tschechische Einzelhändler Albert (Teil von Ahold Delhaize) setzt eine KI von Mettler Toledo ein, die unverpackte Waren ohne Barcode am Regalscan registriert. Netto Marken-Discount nutzt Computer-Vision-Technologie von Trigo, um verdächtige Verhaltensmuster am Self-Checkout via Kameras im Markt zu identifizieren. Der portugiesische Händler Sonae betreibt einen 1.200 Quadratmeter großen Smart Store inklusive Frischetheke, an dem Sensei-Technologie beteiligt ist.
Diese drei Unternehmen gehören zu den Preisträgern in der Kategorie „Artificial Intelligence“. Gemeinsam mit der LZ hat das Institut zusätzlich die zugehörigen Top-Lieferanten im Bereich Retail Technology ausgezeichnet. Insgesamt konnten mehrere Unternehmen in fünf Hauptkategorien sowie einer Sonderwertung punkten.
In der Kategorie „Checkout & Smart Store“ ging der Preis an Colruyt, der seinen Smart-Cart in Zusammenarbeit mit Expresso (Kasseler Technologiepartner) entwickelt hat. Lekkerland wurde für den Rewe-To-Go-Smart-Store am Frankfurter Flughafen geehrt. Lengermann & Trieschmann, Osnabrücker Sportfachhändler, überzeugte ebenfalls. Mit ESL- und Preisoptimierungslösungen von Vusion bzw. GK-Software setzt Lengermann & Trieschmann auf eine „Intelligent Price Engine“, die Nachfrage-, Bestands- und externe Marktdaten kontinuierlich analysiert, um dynamische Preisentscheidungen abzuleiten.
Bei der Kategorie „Customer Experience“ erhielt Kaufland den Preis in Zusammenarbeit mit Schwarz Digits und Bizerba. Am Marktstandort werden Kunden über ein Terminal an der Eingangszone bedient, und die Bestellung wird in Echtzeit an die Bedientheke übertragen, wo sie abgeholt werden kann. Zukünftig plant Kaufland, das Konzept mithilfe KI-gestützter Objekterkennung weiter zu optimieren. Ebenfalls ausgezeichnet wurde China Resources Vanguard aus Shenzhen für NFC-fähige ESL-Lösungen von Hanshow. Mediamarkt-Saturn erhielt eine Auszeichnung für das Smart-Manual-Tool, das in Kooperation mit der Accesa IT Group entwickelt wurde; ein Chatbot beantwortet hier Kundenfragen auf Basis einer umfangreichen Wissensdatenbank.
Coop Schweden gewann gemeinsam mit Top-Supplier SSI Schäfer den Preis in der Kategorie „Supply Chain Excellence“ für ein hochautomatisiertes Logistikzentrum. Globus, der Betreiber von SB-Warenhäusern, erhielt eine Auszeichnung im Bereich „Intelligent Data Modelling“; mithilfe einer SAP-HANA-Lösung und Beratung von Consenso soll die Stammdatenqualität deutlich verbessert werden. Das neue Tool ersetzt das bisherige Excel-gestützte Qualitätssicherungssystem und prüft täglich Millionen Datensätze nach mehr als 100 Regeln, wobei ein großer Teil der Fehler automatisch behoben wird. Auch Textilhersteller Marc O’Polo wurde für seine Omnichannel-Nachschubplattform geehrt.
In der Kategorie „Employee Empowerment“ wurden Deichmann (Mitarbeiter-App), Rossmann (Deeskalationstrainings) sowie Thalia (KI-gestützter Empfehlungsassistent) ausgezeichnet. Die Sonderwertung für Marketingtechnologie ging an den türkischen Baumarktbetreiber Koçtaş mit Top Supplier Tani Marketing Technologies; die Lösung basiert auf einer API-gesteuerten Microservice-Architektur und bietet Omnichannel-Datenintegration, Hyper-Personalisierung und Echtzeit-Interaktionen zur schnelleren, zielgerichteten Kampagnensteuerung.
Hinweis: Die prämierten Lösungen decken eine breite Palette von Retail-Tech-Ansätzen ab, von KI-gestützten Lagers- und Preisoptimierungssystemen über fortschrittliche Checkout-Lösungen bis hin zu umfassenden Verbesserungen in der Stammdatenqualität und dem Mitarbeitereinfluss. Die Auszeichnungen belegen das Bestreben der Branche, durch technologische Innovationen Kundenerlebnis, Effizienz in der Lieferkette und operative Exzellenz nachhaltig zu steigern.
