Ein wichtiger Wachstumstreiber für Edeka ist die Niederlande, die zunehmend als Motor für das internationale Geschäft fungieren. Hier sind nicht nur Teile der Fruchtvermarktungsorganisation von Edeka angesiedelt, sondern auch die Einkaufsallianz Everest, die A-Markenprodukte für die Edeka-Partner in mehreren Ländern bezieht. Das kombinierte Umsatzvolumen der Everest-Gesellschaften und der Fruchtkontore hat inzwischen einen Wert von mehr als 13 Milliarden Euro erreicht.
Ein erheblicher Teil dieser Umsätze wird innerhalb der Edeka-Gruppe weitergegeben, wenn Kaufleute Markenprodukte sowie Obst und Gemüse über die Großhandelskanäle beziehen. Rund ein Viertel des Umsatzvolumens entfällt jedoch auf ausländische Händler, die nicht direkt Teil der Edeka-Organisation sind. Diese Warenbezüge fließen als Verrechnungsumsätze in die Bilanz des Unternehmens ein. Insbesondere die Partner wie Jumbo aus den Niederlanden und Super U aus Frankreich sind wichtige Akteure in dieser Entwicklung. Super U ist allerdings zum Jahreswechsel aus der Einkaufsallianz ausgestiegen, und die französische Einkaufskooperation Aura, bestehend aus Auchan, Intermarché und Casino, ist nun Mitglied von Everest.
Die Umsätze von Everest und der Edeka-Tochter Everest Fresh aus Barendrecht, die insgesamt 8,4 Milliarden Euro betrugen, dürften im laufenden Jahr weiter steigen, vor allem aufgrund der größeren Außenumsätze der neuen Mitglieder wie der Aura-Allianz. Ein besonders relevanter Aspekt dieser Allianz ist, dass die günstigeren Einkaufspreise, die durch den gemeinsamen Einkauf erzielt werden, den Edeka-Kaufleuten zugutekommen und deren Margen erhöhen sollen. Während der Geschäftsbericht keine detaillierten Angaben zur Ertragskraft der Everest-Gesellschaften macht, liegt der Hauptnutzen für die beteiligten Partner in den reduzierten Einkaufspreisen, die direkt an die Kunden weitergegeben werden.
Im Bereich der Fruchtvermarktung, einem weiteren wichtigen Geschäftsfeld von Edeka, konnte die Gruppe ebenfalls einen Umsatzanstieg verzeichnen. Der Umsatz des Fruchtkontors stieg um etwa 600 Millionen Euro auf 4,7 Milliarden Euro. Das Fruchtkontor steuert den globalen Einkauf von Obst, Gemüse sowie Blumen und Pflanzen für den Edeka-Verbund und bedient mehr als 1.000 Produzenten aus 87 Ländern. Dabei gewinnt das Geschäft mit externen Kunden zunehmend an Bedeutung. Zu den jüngsten Entwicklungen gehört die Übernahme des internationalen Handelsgeschäfts sowie des Reifebetriebs des niederländischen Obst- und Gemüseimporteurs De Groot durch das Fruchtkontor.
Edeka hat sich mit dieser Expansion in den internationalen Märkten und durch die Stärkung seiner Position als Fruchtvermarkter zu einem der größten Akteure im europäischen Obst- und Gemüsehandel entwickelt. So hat die Schweizer Handelsgruppe Migros bereits angekündigt, künftig ihre internationalen Obst- und Gemüse-Sortimente über Everest Fresh zu beziehen. Dieser Schritt zeigt, wie erfolgreich Edeka seine internationalen Beziehungen ausbauen und neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen konnte.
Mit dieser strategischen Ausrichtung unterstreicht Edeka erneut seine Ambitionen, nicht nur in Deutschland, sondern auch auf dem internationalen Markt eine führende Rolle zu spielen.
