Edeka Südwest erprobt neue Platzierung von Bio-Produkten

28. März 2025 - In der Edeka-Region Südwest wird derzeit ein innovatives Konzept zur Platzierung von Bio-Obst und -Gemüse getestet. Mehrere führende Kaufleute der Region experimentieren mit einer neuen Strategie, bei der Bio-Produkte nicht mehr in einer separaten Blockplatzierung zusammengefasst, sondern inmitten der konventionellen Obst- und Gemüseartikel platziert werden. Ziel ist es, die Sichtbarkeit und den Absatz von Bio-Produkten zu steigern, insbesondere bei Kunden, die ansonsten bevorzugt zu herkömmlicher Ware greifen.

Quelle: EDEKA/verbund.edeka

Einer der prominentesten Testteilnehmer ist Steffen Ueltzhöfer, ein Kaufmann aus Heilbronn, dessen Unternehmen im Jahr 2024 erstmals die Umsatzgrenze von 100 Millionen Euro brutto überschreiten konnte. Ueltzhöfer setzt bei diesem neuen Konzept auf eine Integration von Bio-Ware in das bestehende Sortiment. In seinem Markt mit einer Verkaufsfläche von 1.200 Quadratmetern erzielt das Konzept bereits positive Ergebnisse und verzeichnet einen Anstieg des Umsatzanteils um bis zu 5 Prozent. „In unserem Markt läuft der Test sehr gut. Wir gewinnen signifikant an Umsatz“, erklärt Ueltzhöfer. Sein Bio-Umsatzanteil liegt bereits bei über 20 Prozent, mit dem Ziel, in den besten Märkten bis zu 25 Prozent zu erreichen. Aufgrund der guten Ergebnisse plant er, das Konzept auf einen weiteren Markt mit 1.800 Quadratmetern auszudehnen.

Allerdings zeigt sich Ueltzhöfer bei größeren Flächen noch vorsichtig. „Auf größeren Flächen könnte es schwieriger sein, die Balance zu finden“, sagt er. Für Bio-Kunden sei es auf großen Flächen in der Regel einfacher, die Produkte zu finden, wenn sie zusammengefasst werden. Dennoch ermögliche die neue Zuordnung auch eine Ansprache von Kunden, die normalerweise konventionelle Produkte bevorzugen.

Auch andere große Händler der Region testen das neue Konzept. Uwe Kohler, einer der bedeutendsten Kaufleute in der Region und gleichzeitig Aufsichtsratschef von Edeka Südwest, erprobt die Zuordnung von Bio-Produkten wie Bananen und Tomaten in seinem neuen E-Center in Offenburg. Ähnlich verfahren auch die Verantwortlichen von Edeka Kissel aus der Pfalz, einem weiteren führenden Edeka-Händler. Geschäftsführer Helmut Braun erklärt, dass in seinem Unternehmen Bio-Obst und -Gemüse zunächst vereinzelt und in kleinerem Maßstab integriert werden, um anschließend die Ergebnisse auszuwerten und möglicherweise flächendeckend auszurollen.

Das Thema der Platzierung von Bio-Produkten sorgt jedoch weiterhin für unterschiedliche Ansichten. Während die Kaufleute in der Region Südwest, die bereits einen der höchsten Bio-Umsatzanteile unter den sieben Edeka-Regionen erzielen, eine Integration aller Bio-Produkte in die regulären Sortimente bevorzugen, verfolgen andere Regionen das Konzept der sogenannten „Naturkind-Flächen“. Diese Fachmarkt-Shop-in-Shop-Lösungen, die ausschließlich Bio-Produkte anbieten, sind in Deutschland mittlerweile weit verbreitet, mit 130 Standorten landesweit, davon 50 in der Region Rhein-Ruhr.

Die unterschiedlichen Herangehensweisen an die Platzierung von Bio-Ware spiegeln die Vielfalt der Strategien wider, die in der Edeka-Gruppe verfolgt werden, um den wachsenden Kundenbedarf an nachhaltigen Produkten zu decken. In der Region Südwest ist man jedoch optimistisch, dass die neue Zuordnung von Bio-Produkten in die regulären Sortimente langfristig zu einem weiteren Umsatzwachstum im Bereich Bio führen wird.