Obwohl die Anzahl der Aktionen in den ersten sechs Wochen des Jahres im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist, blieb die Höhe der Rabatte unverändert. Edeka startete das Jahr flächenbereinigt mit einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich, doch preisbereinigt blieb die Freude darüber begrenzt.
Marktforschungsdaten zeigen, dass Edeka bei Artikeln zum Regalpreis im Jahr 2022 ins Hintertreffen geraten ist, während der Umsatz mit Aktionsware um fast ein Viertel gesteigert wurde. Einzelne Kaufleute verzeichneten sogar einen Anstieg des Sonderpreisanteils am Umsatz um ein Drittel. Insgesamt schätzen Kaufleute, dass rund 15 Prozent des Umsatzes auf Aktionen entfielen, was allein bei den Selbstständigen zu einem Umsatz von etwa 5,5 Milliarden Euro führte.
Auch Globus verzeichnete einen Anstieg des Umsatzes mit Aktionsware um mehr als 20 Prozent. Dies zeigt das auffällig aggressive Aktionsverhalten nicht nur bei Edeka, sondern auch in anderen Unternehmen.
Es wird erwartet, dass Edeka diese Politik auch in Zukunft fortsetzen wird, um die Frequenz durch hohen Werbedruck aufrechtzuerhalten. Ziel ist es, Umsatz und Absatzmengen trotz des wieder preisaggressiveren Discount-Segments zu halten. Besonders umkämpft ist dabei der Bereich Obst und Gemüse, wo Edeka gegenüber Discountern Federn lassen musste.
Die Positionierung von Edeka wird jedoch durch diese Strategie nicht gefährdet, da Kunden die Vorteile des Vollsortimenters schätzen. Zudem sind die Zuwächse nicht allein durch Marketing getrieben, sondern auch durch eine generelle Empfänglichkeit der Käufer für Aktionen.
Obwohl Edeka 2022 die Eigenmarkenumsätze um 10 Prozent steigern konnte, hatten die gestiegene Aktionsanteil und die Absatzschwäche an den Bedientheken größere Auswirkungen auf die Profitabilität. Vielerorts ist die Rohertragsmarge der Kaufleute gesunken, was auch auf gestiegene Betriebskosten zurückzuführen ist.
