Um die an Aldi und Lidl verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen, riefen Chefaufseher Uwe Kohler und Edeka-CEO Markus Mosa auf der Jahrestagung in Mainz die Kaufleute und Manager zu mehr Leistung auf. Mosa betonte, dass Leistungssteigerung essenziell sei, um Marktanteile zu gewinnen, und Veränderungen auf allen Ebenen erfordere. „Unser Ziel ist es, die Spitzenposition im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zu behaupten. Dafür benötigen wir kontinuierliche Veränderungsbereitschaft", erklärte er. Der Marktanteil des größten deutschen Lebensmitteleinzelhändlers, der im letzten Jahr 70,7 Mrd. Euro Nettoumsatz erzielte, sank im vergangenen Jahr um 0,1 Prozentpunkte auf 29,4 Prozent. Im Jahr 2022 betrug der Rückgang im Vollsortiment 0,3 Prozentpunkte.
Um steigende Kosten abzufedern, die Ergebnisse der Kaufleute zu sichern und die Marktanteile auszubauen, müsse jede Umsatzchance konsequent genutzt werden, so Mosa. Die bisherige wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2024 entspreche seiner Prognose vom April, die von weiter steigenden Umsätzen und Margen ausging. Die Margen entwickelten sich bisher in die richtige Richtung, die Ergebnisse seien stabil und der Umsatz verzeichne Zuwächse. Laut Marktforschungsdaten stieg Edekas Umsatz seit Jahresbeginn um rund 5 Prozent und liegt damit etwa 1,5 Prozent über der Marktentwicklung.
Neben wettbewerbsfähigen Preisen, die weiterhin wichtig sind, hob Mosa die Bedeutung spezieller Sortimente und Services hervor. Er bezog sich dabei auf das Bio-Sortiment, Regionalität und die Bedientheke. Wettbewerbsfähige Preise seien zwar die Basis, aber das, was Begeisterung bei den Kunden auslöse, seien Produkte regionaler und lokaler Lieferanten, Kunden-Events oder gastronomische Angebote, ergänzte auch Kohler. „Leidenschaftlich für unsere Kunden das zu feiern, was unsere Marke ausmacht, zeigt echte Handelsleistung und beweist Leistungsführerschaft. So entwickeln wir kontinuierlich rentable Umsätze", erklärte der Vorsitzende des obersten Edeka-Aufsichtsgremiums.
Unter dem Motto „Unsere Herzstücke“ versammelten sich rund 630 Kaufleute und Manager in der Halle 45 in Mainz-Mombach. Dies stand im Zeichen der Umstellung der Differenzierungseigenmarke von „Edeka“ auf „Edeka Herzstücke". Der Relaunch sowie die Einführung des Payback-Programms im Januar 2025 sollen einen Umsatzschub bringen. Digitale Kanäle wie die App würden dabei zunehmend an Bedeutung gewinnen, auch wenn der Handzettel weiterhin wichtig bleibe, erläuterte Mosa.
Im Umgang mit der Industrie sei Edeka zu mehr Normalität zurückgekehrt. Das entschiedene Vorgehen gegen „überhöhte Preisforderungen der Markenkonzerne" habe die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt. Die Basis für zukünftige Gespräche mit der Industrie sei solide, so Mosa. Das Handelsunternehmen habe die Sortimente optimiert und die Komplexität der Konditionen reduziert.
