Edeka Nordbayern wächst weiter mit Fokus auf Expansion und Effizienz

19. April 2024 - Die Edeka-Region Nordbayern-Sachsen-Thüringen hat nach einem herausfordernden Jahr 2022 im vergangenen Jahr wieder deutlich zugelegt. Trotz Streiks und Kostensteigerungen konnte die Region 2023 einen Vorsteuergewinn von 104 Millionen Euro erzielen, was einem Anstieg von knapp 53 Prozent entspricht. Der Gesamtumsatz belief sich auf rund 4,7 Milliarden Euro.

Quelle: EDEKA/verbund.edeka

Sebastian Kohrmann, der Chef der Region, weist jedoch darauf hin, dass dieser Gewinnanstieg teilweise auf die schwachen Ergebnisse des Vorjahres zurückzuführen ist. Damals hatte die Region ihre Kaufleute mit über 30 Millionen Euro unterstützt, um die Auswirkungen der Preiserhöhungen in der Industrie abzufedern. Auch 2023 setzten Region und Zentrale diese Unterstützung fort, was sich positiv auf die Margen auswirkte. Ein zusätzlicher positiver Effekt ergab sich aus dem Verkauf und der Rückmietung eines Immobilienpakets.

Die Region war im letzten Jahr von steigenden Kosten und dem Druck, günstigere Produkte anzubieten, geprägt. Insbesondere die wiederkehrenden Streiks im Zentrallager in Gochsheim belasteten den Umsatz, der um 1,5 Prozentpunkte sank. Laut GfK-Daten ging der Marktanteil um 0,4 Prozentpunkte auf 19,6 Prozent zurück. Der Abstand zum zweitgrößten Konkurrenten Kaufland blieb jedoch stabil bei 4 Prozentpunkten.

Trotz dieser Herausforderungen investiert Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen massiv in die Zukunft. Bis 2026 sollen über 1,3 Milliarden Euro in die Region fließen, um das Immobilienvermögen von 577 Millionen Euro im Jahr 2020 auf über 1,4 Milliarden Euro zu steigern. Diese Investitionen umfassen große Um- und Neubauten an Logistik- und Produktionsstandorten sowie die Erweiterung der Verkaufsflächen. Allein im Jahr 2023 wurden 23 Märkte neu- oder wiedereröffnet, was zu einem Nettozuwachs der Verkaufsfläche von 2,4 Prozent führte.

Kohrmann hat ehrgeizige Pläne: Bis Ende 2026 soll der Umsatz die Marke von 6 Milliarden Euro brutto erreichen. Der Brutto-Verbundumsatz lag im vergangenen Jahr bei 5,21 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die selbstständigen Kaufleute erzielten dabei 4,55 Milliarden Euro, was einer flächenbereinigten Steigerung von 3,6 Prozent entspricht. Das Lagergeschäft der Großhandlung wuchs um 5,6 Prozent, und der Produktionsbetrieb Franken-Gut legte um 9,5 Prozent zu.

Für das laufende Jahr plant Kohrmann ein expansionsgetriebenes Wachstum von 2 Prozent, unterstützt durch ein gutes Wachstum auf vergleichbarer Fläche. Er erwartet, dass das Ergebnis leicht über dem Vorjahreswert liegen wird. Um dies zu erreichen, seien Detailarbeit im Einkauf und bei den Kosten notwendig, da Zinsen und Baukosten weiterhin hoch sind und Tariflöhne gestiegen sind.

Trotz einer allmählichen Normalisierung des Marktes bleiben die Kunden preisbewusst. Der Anteil der „Gut & Günstig"-Preiseinstiegsprodukte und der Aktionsanteil am Absatz, der nun knapp 20 Prozent erreicht, haben sich in der preissensiblen Edeka-Region verfestigt. Kohrmann ist optimistisch, dass die Region durch kontinuierliche Investitionen und strategische Maßnahmen weiterhin erfolgreich sein wird.