Edeka Nordbayern stärkt Frischelogistik in Hirschaid

08. August 2025 - Edeka Nordbayern hat den Hochlauf seiner zentralen Frische-Manufaktur in Hirschaid erfolgreich abgeschlossen und versorgt seit Kurzem die regionalen Kaufleute mit bedarfsgerechter Thekenware aus einer Hand. Der Standort, der Produktion und Logistik für Frischeprodukte bündelt, durchlief eine anspruchsvolle Anlaufphase, in der technische Herausforderungen vor allem im Bereich der automatisierten Logistikprozesse bewältigt werden mussten.

Quelle: EDEKA/verbund.edeka

Nach mehreren Systemausfällen in der Logistik, die zu verzögerten Lieferungen an die Märkte führten, konnte inzwischen eine stabile und termingerechte Auslieferung sichergestellt werden. „Seit Ende Juni läuft der Betrieb nun stabil, und wir erreichen zuverlässig unsere geplanten Lieferzeiten“, erläutert Andre Sternkopf, Geschäftsbereichsleiter der Frische-Manufaktur. Aktuell liegt der Fokus darauf, die Abläufe weiter zu optimieren und Effizienzpotenziale zu heben.

Der Standort Hirschaid ist Teil eines umfangreichen Investitionspakets der Edeka-Region Nordbayern-Sachsen-Thüringen, das zwischen 2020 und 2026 mit einem Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro die Modernisierung der Einzel- und Großhandelsstrukturen vorantreibt. Davon entfallen etwa 700 Millionen Euro auf die Zentralisierung von Produktion und Logistik sowie die Entwicklung der Food Academy. Bereits in Betrieb ist das hochautomatisierte Logistikzentrum in Marktredwitz, wo Obst, Gemüse und Feinkost kommissioniert werden. Die Trockensortimentsanlage von Witron wurde vor kurzem auf die nächste Betriebsstufe hochgefahren, während Tiefkühl- und Nonfood-Bereiche bis Jahresende folgen sollen.

Für die neue Frische-Manufaktur, die frühere Standorte in Rottendorf und Nürnberg ersetzt, investiert Edeka Nordbayern rund 125 Millionen Euro. Ziel ist es, durch automatisierte Prozesse die Kosten um mehr als 25 Prozent zu senken. In Hirschaid wurde hierfür ein System von SSI Schäfer im Wert von rund 19 Millionen Euro installiert. Betriebsleiter Michael Göhring gibt an, dass mittlerweile 80 bis 90 Prozent der Abläufe automatisiert ablaufen.

Die Produktion ist eng mit dem Logistikbereich verbunden: Im Wareneingang erfolgt eine automatische Depalettierung, die Ware wird in ein Shuttle-Lager mit acht Gassen eingelagert, das mit 52.000 Kistenstellplätzen an manchen Tagen bis zu 85 Prozent ausgelastet ist. Rund 192 Shuttles transportieren täglich etwa 15.000 Kisten an die Kommissionierplätze. An 20 Arbeitsplätzen in der Zonen-Kommissionierung und zwei weiteren nach dem Ware-zur-Person-Prinzip werden die Artikel für die Bestellungen der Kaufleute zusammengestellt. Ausgenommen hiervon ist die Kommissionierung von abgepacktem und offenem Fleisch, die weiterhin manuell erfolgt. Durch die Automatisierung konnte der Personalbedarf in Kommissionierung und Wareneingang um 55 Mitarbeiter reduziert werden, während 13 zusätzliche Stellen in anderen Bereichen, wie dem Leitstand, geschaffen wurden. Insgesamt beschäftigt das Logistikzentrum rund 150 Personen.

Täglich verlassen durchschnittlich rund 60.000 Kolli das Logistikzentrum auf palettierten oder rollwagenbasierten Sendungen, die je nach Warengruppe und Gewicht automatisch sortiert werden. Etwa 85 Prozent dieser Mengen werden automatisiert ausgeschleust. Rund 44 Lkw beliefern von Hirschaid aus knapp 390 Märkte in Nordbayern sowie die modernisierte Thekenlogistik in Striegistal, die weitere circa 230 Märkte in Sachsen und Thüringen mit Frischeprodukten versorgt. Aufgrund des gesteigerten Produktions- und Sortimentumfangs plant die Region, vier bis fünf neue Lkw für die Touren einzusetzen.

Im Sortiment werden derzeit etwa 1.450 Artikel umgeschlagen, darunter Wurst- und Fleischwaren sowie ab September Fisch und ab Oktober Käse für die Bedientheke. Rund 270 Produkte stellt Edeka Nordbayern selbst her. Die Eigenproduktion soll bis 2027 von aktuell 8.300 Tonnen auf rund 18.000 Tonnen mehr als verdoppelt werden, unter anderem durch den Ausbau regionaler Rezepturen. Darüber hinaus wird der Anteil des Pre-Packing-Sortiments insbesondere bei Wurst signifikant erhöht, und SB-Käse wird als neues Sortimentselement ergänzt.

Mit der konsequenten Automatisierung und Sortimentsausweitung setzt Edeka Nordbayern einen bedeutenden Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit in der Frischelogistik zu stärken und die Belieferung der regionalen Kaufleute noch effizienter und kundenorientierter zu gestalten.