Edeka kämpft sich voran

26. April 2024 - Die Edeka-Gruppe konnte ihren Umsatz im Jahr 2023 auf 70,7 Milliarden Euro netto steigern, ein Plus von 4,5 Milliarden Euro. Trotz dieses Wachstums und einer Umsatzsteigerung von 6,7 Prozent blieb Edekas Marktwachstum jedoch hinter dem von Aldi und Lidl getriebenen Gesamtmarkt zurück, welcher deutlich unter der Inflationsrate für Lebensmittel (12,4 Prozent) lag. Der Marktanteil der Gruppe sank leicht von 29,5 Prozent auf 29,4 Prozent. Edeka führt dies darauf zurück, dass Kunden verstärkt auf Sonderangebote und Eigenmarken ausweichen konnten.

Quelle: EDEKA/verbund.edeka

„Wir mussten auf allen Handelsstufen an unsere Belastungsgrenzen gehen, um unverändert erfolgreich zu bleiben", kommentierte Edeka-Vorstandschef Markus Mosa im aktuellen Geschäftsbericht. Trotz der Herausforderungen konnte Edeka die Ergebnisse verbessern: Das kumulierte EBITA der Zentrale und der sieben Regionen - ohne die Gewinne der Kaufleute gerechnet - stieg um 6,1 Prozent auf 1,045 Milliarden Euro. Es gab jedoch eine Verschiebung zugunsten der Großhandlungen, da ein dreistelliger Millionenbetrag zur Stützung des Kerngeschäfts an die Regionen floss. Dies führte zu einem Rückgang des EBITA der Edeka-Zentrale um 9,8 Prozent auf 541 Millionen Euro.

Die Rohertragsquote der Zentrale konnte mit 10,46 Prozent (2022: 10,67) nahezu stabil gehalten werden, was das Rohergebnis um 260 Millionen auf 5,27 Milliarden Euro anwachsen ließ. Aufgrund gestiegener Kosten lag das Ergebnis nach Steuern jedoch mit 366 Millionen Euro um 8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Discount-Tochter Netto erhöhte ihren Umsatz um 8,5 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro und konnte trotz höherer Personalkosten das EBIT verbessern.

Auch die Ergebnisse der Edeka-Kaufleute stiegen zuletzt wieder. Erste Registerveröffentlichungen bestätigen diese positive Entwicklung. Hartes Kostenmanagement und gezielte Sortimentsarbeit werden als Hauptfaktoren genannt. Konflikte mit internationalen Markenherstellern führten zwar zu Regallücken und Einbußen, doch das Vorgehen gegen „überhöhte Preisforderungen" trug letztlich zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Edeka-Gruppe bei und legte eine solide Basis für weitere Gespräche.

Um die Effizienz weiter zu steigern, plant die Edeka-Gruppe erhöhte Investitionen: Nach 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2023 sollen 2024 insgesamt 3,1 Milliarden Euro in IT, Logistik, den Ausbau der Produktionskapazitäten sowie in neue Märkte fließen.

Die Zahl der Edeka-Kaufleute liegt aktuell bei rund 3.400, etwas weniger als im Vorjahr. Trotz 122 Existenzgründungen (Vorjahr: 149) ging die Zahl leicht zurück. Gleichzeitig werden Verkaufsflächen und Betriebe immer größer, und die Zahl der Mehrfilialunternehmen steigt. Unterstützt durch Privatisierungen legten die Edeka-Selbstständigen stärker als der Markt zu und steigerten ihren Umsatz um 7,7 Prozent auf 39,3 Milliarden Euro, mehr als der Umsatz des gesamten Rewe-Vollsortiments in Deutschland. Flächenbereinigt lag das Umsatzplus der Edeka-Kaufleute bei fast 5 Prozent.