dm und Rossmann bauen Vertriebsnetz aus

19. November - Rossmann hat eine eigene Entwicklungsgesellschaft gegründet. Die DR Bauinvest versetzt den Drogeriehändler nun in die Lage, komplette Entwicklungen von Standorten selbst übernehmen zu können.

Quelle: Wikimedia Commons

Diese Praxis ist in letzter Zeit vor allem bei verschiedenen Lebensmittelhändlern beliebt. Rossmann erhofft sich dadurch vor allem in Ballungsräumen an begehrte neue Standorte heranzukommen.

Rossmann ist nicht gänzlich neu im Immobiliengeschäft. Bereits seit 10 Jahren existiert mit der DR Immobilien eine Gesellschaft, die bereits früher eigene Immobilien entwickelt hat. Während Rossmanss Ansatz denen von Vollsortimentern wie Edeka oder Rewe ähnelt, geht der Konkurrent dm einen ganz anderen Weg. Christoph Werner, Chef von dm, erklärt der Lebensmitteleitung im Interview: „Wir verfolgen ganz bewusst weiterhin die Strategie, dass wir Immobilien, in denen wir unsere Geschäfte betreiben, nicht kaufen und setzen konsequent auf Miete“. Mittlerweile hat sich die Drehzahl des Expansionsgeschehens auch bei den Drogerien beruhigt. Für Rossmann und dm steht deswegen vor allem die Verdichtung des Vertriebsnetzes im Mittelpunkt.

Vorteilhaft für die Drogisten ist die Pandemie in manchen Belangen dennoch. Die Mieten für innerstädtische Lagen sind um bis zu 10 Prozent gesunken. Während der Pandemie wurden die Parameter für attraktive Einkaufsstandorte neu eingestellt. Bei dm geht man jedoch davon aus, dass es sich nur um einen temporären Effekt handelt. Hier spielt die Strategie von dm ihre Stärken aus. Vor allem auf Mietverhältnisse zu setzen, schafft Flexibilität bei Standortveränderungen.

In Deutschland betreibt dm zuletzt 2.069 Standorte, bei Rossmann sind es mehr als 2.300. Die Corona-Krise hat die Expansion spürbar gebremst. Bei dm kamen beispielsweise im bereits durch Corona geprägten Geschäftsjahr 2019/20 nur 27 Standorte netto hinzu. Im Folgejahr waren es bereits wieder 45 und für das aktuelle Jahr sind sogar 55 neue Standorte vorgesehen.