Bei den genannten Umsatzdaten handelt es sich ausschließlich um Lieferungen an Endkundinnen und -kunden. Nicht eingerechnet ist das stark genutzte Click-&-Collect-Angebot, das dm in mehr als 1.000 Filialen deutschlandweit anbietet. Hierbei können Kundinnen und Kunden online bestellte Artikel in einem dm-Markt ihrer Wahl abholen. Dieses Modell erfreut sich wachsender Beliebtheit, dürfte aber die tatsächliche Relevanz des Onlinekanals nochmals deutlich erhöhen – genaue Zahlen hierzu liegen jedoch nicht öffentlich vor.
Auf Anfrage äußerte sich dm nicht konkret zu den intern vorliegenden Umsatzdaten. Sebastian Bayer, als Geschäftsführer für Marketing und Beschaffung unter anderem für den E-Commerce verantwortlich, bestätigte jedoch, dass sich das Onlinegeschäft „mit zweistelligen Zuwachsraten sehr gut“ entwickle. Angesichts des aktuellen Marktumfelds und des zunehmenden Wettbewerbsdrucks durch internationale Plattformanbieter ist diese Entwicklung für das Unternehmen von strategischer Bedeutung.
Parallel zum Onlinewachstum setzt dm auch in den Filialen gezielt Impulse, um die Attraktivität des Angebots zu erhöhen. Ein aktuelles Beispiel ist die Listung der Kosmetikmarke Sheglam, die ab Oktober 2025 in das Sortiment aufgenommen wird. Die Marke ist ein Eigenlabel des chinesischen Online-Modehändlers Shein und wird zunächst auf eigens gestalteten Promotionsflächen in ausgewählten dm-Märkten präsentiert.
Die Entscheidung, Sheglam ins Sortiment aufzunehmen, folgt einer strategischen Logik: Mit dem Fokus auf preisgünstige, trendaffine Beauty-Produkte spricht die Marke vor allem eine jüngere Zielgruppe an, die stark digital geprägt ist. Perspektivisch ist auch geplant, das Angebot von Sheglam in den Online-Shop von dm zu integrieren – ein Schritt, der die Verzahnung von stationärem Handel und E-Commerce weiter vorantreiben dürfte.
Der digitale Vertrieb gewinnt bei dm zunehmend an Bedeutung und entwickelt sich mit hoher Dynamik. Mit einem Bruttoumsatz von über 820 Millionen Euro allein durch Online-Lieferungen zeigt sich, dass der Drogeriehändler auch im E-Commerce zu den relevanten Akteuren im deutschen Handel zählt. Ergänzt wird das Onlinewachstum durch gezielte Sortimentsinnovationen im stationären Bereich, wie die Einführung der Marke Sheglam. dm beweist damit, dass eine konsequente Omnichannel-Strategie auch im Drogeriesegment zunehmend zum Erfolgsfaktor wird.
