Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das im September endete, erzielte dm allein in Deutschland einen Umsatz von 13,27 Milliarden Euro – rund 800 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von 6,5 Prozent. Auf vergleichbarer Fläche wuchs das Unternehmen um 4,6 Prozent. Damit entwickelte sich dm erneut stärker als der Markt und konnte seinen Marktanteil weiter ausbauen. International legte der Drogeriekonzern sogar um 12,1 Prozent zu und verzeichnete damit ein zweistelliges Wachstum. Die 20-Milliarden-Euro-Marke beim Bruttoumsatz rückt damit für das kommende Jahr in greifbare Nähe.
Trotz dieser positiven Zahlen mahnt Werner zur beständigen Erneuerung – sowohl für die deutsche Wirtschaft als Ganzes als auch für dm im Besonderen. Ein zentrales Thema ist dabei die Produktivität der Verkaufsflächen. Da die Expansion in Deutschland weitgehend abgeschlossen ist – in den vergangenen fünf Jahren kamen netto nur etwa 100 neue Märkte hinzu – liegt der Fokus nun auf der Optimierung bestehender Standorte. Hier orientiert sich dm an den Strategien großer Discounter wie Aldi und Lidl: Filialen werden regelmäßig verlagert, modernisiert und teilweise vergrößert. Im Vergleich zu vor fünf Jahren ist die durchschnittliche Verkaufsfläche einer dm-Filiale in Deutschland um etwa zehn Quadratmeter auf nun rund 640 Quadratmeter gewachsen. Auch in den Auslandsmärkten wird dieser Trend sichtbar – dort sind die Geschäfte im Schnitt kleiner, verzeichnen aber überproportionale Zuwächse.
Parallel dazu testet dm neue Angebotsformate und Dienstleistungen. Besonders im Bereich Gesundheit will das Unternehmen künftig eine größere Rolle spielen. Blut-, Haut- und Augenanalysen werden in vielen Filialen angeboten und sollen laut Werner als niedrigschwellige Angebote das Gesundheitssystem entlasten und den wachsenden Trend zu Prävention und Langlebigkeit („Longevity“) bedienen.
Ein weiterer Wachstumstreiber ist der Bereich Beauty. Mit der Aufnahme der Marke Sheglam in das Sortiment hat dm offenbar einen Nerv getroffen: Die Nachfrage übertraf alle Erwartungen und führte zu Engpässen in den Regalen. „Ein erfreuliches Problem“, kommentierte Marketing- und Beschaffungs-Geschäftsführer Sebastian Bayer. Er kündigte an, dass ab dem Jahreswechsel deutlich größere Mengen verfügbar sein werden, um der starken Nachfrage gerecht zu werden.
Noch offen bleibt hingegen der Start der angekündigten Online-Apotheke. Diese war ursprünglich für die zweite Jahreshälfte geplant, soll aber nun „noch in diesem Jahr“ an den Start gehen, so Bayer. Ein konkretes Datum nannte er nicht. Ziel sei es, das bestehende Sortiment sinnvoll zu erweitern und den Kunden ein ganzheitliches Angebot rund um Gesundheit und Wohlbefinden zu bieten – weniger als eigenständiges Geschäftsmodell, sondern als ergänzende Servicekomponente.
Für das kommende Jahr erwartet dm ein moderates, aber stetiges Wachstum. Im Ausland steht die Profitabilität der bestehenden Märkte im Vordergrund: Jeder Markt soll sich zunächst eigenständig tragen, bevor neue Länder in Angriff genommen werden. Besonders in Polen und Italien entwickelt sich das Geschäft derzeit positiv. Ob und wann dm neue Märkte erschließen wird, ließ die Geschäftsführung offen.
Mit dieser Kombination aus Flächenoptimierung, neuen Konzepten und einer klaren Innovationsstrategie unterstreicht dm seinen Anspruch, auch künftig Impulse im europäischen Drogeriemarkt zu setzen.
