Rund ein halbes Jahr nach Einführung der ersten Angebote zeichnet sich ab, dass Leistungen wie Augenchecks oder Blutanalysen langfristig stärker in das Filialkonzept integriert werden sollen. Im Fokus steht zunächst die Ausweitung des Augenscreenings des Partners Skleo. Dieses Angebot soll künftig in etwa 30 Märkten verfügbar sein, nachdem es bislang lediglich in fünf Filialen getestet wurde. Eine zusätzliche Filiale in Frankfurt am Main ist kürzlich in das Pilotprojekt aufgenommen worden. Trotz der Erweiterung betont das Unternehmen, dass sich das Angebot weiterhin in einer Erprobungsphase befindet.
Für die Durchführung der Augenuntersuchungen wurden speziell ausgestattete Kabinen in den Märkten installiert. Die Tests werden sowohl in urbanen als auch verstärkt in ländlichen Regionen fortgeführt. Während in Städten vor allem eine Steigerung der Kundenfrequenz und Standortattraktivität angestrebt wird, sieht dm insbesondere im ländlichen Raum Potenzial aufgrund teilweise eingeschränkter medizinischer Versorgungsstrukturen. Fehlende Facharztangebote eröffnen aus Unternehmenssicht Möglichkeiten für niedrigschwellige Präventionsangebote direkt im Handel.
Über das Augenscreening hinaus prüft dm die Integration weiterer Gesundheitsdienstleistungen. Gespräche mit den Anbietern Dermanostic und Aware laufen derzeit. Während für digitale Hautanalysen eine Ausweitung auf eine größere zweistellige Zahl an Standorten im Raum steht, sind Bluttests aufgrund regulatorischer und personeller Anforderungen nur eingeschränkt skalierbar. Hier ist qualifiziertes Personal vor Ort erforderlich, was die Umsetzung komplexer macht.
Perspektivisch könnten zusätzliche Services ergänzt werden. Branchenbeobachter nennen unter anderem Blutdruckmessungen als mögliche Erweiterung des Portfolios. Zudem ist davon auszugehen, dass kombinierte Angebotsformate an Bedeutung gewinnen. Erste Modelle, bei denen unterschiedliche Gesundheitsleistungen tageweise in einzelnen Filialen angeboten werden, werden bereits erprobt – beispielsweise in Berlin.
Der Einstieg in das Geschäftsfeld erfolgte im August 2025 mit einem Testlauf in fünf Filialen, der auf großes Interesse stieß. Inzwischen greifen auch Wettbewerber den Trend auf: Unternehmen wie die Schwarz-Gruppe, Rossmann und Müller prüfen oder entwickeln eigene Konzepte im Bereich Gesundheitsservices.
Parallel dazu sieht sich dm jedoch auch mit regulatorischen Herausforderungen konfrontiert. So hat die Wettbewerbszentrale rechtliche Schritte gegen das Unternehmen sowie gegen den Partner Skleo eingeleitet.
