DIY-Branche blickt optimistisch nach vorn

02. Januar 2026 - Die großen Akteure der deutschen Baumarktbranche gehen mit verhaltenem Optimismus in das Jahr 2026. Während Marktforscher überwiegend von einer Stagnation der Umsätze ausgehen, rechnen zahlreiche Branchenverantwortliche dennoch mit leichten Zuwächsen. Um sich in einem zunehmend umkämpften Marktumfeld zu behaupten – auch gegenüber Anbietern aus dem Lebensmitteleinzelhandel – setzen die Unternehmen verstärkt auf Kundenbindung, zusätzliche Services und den Ausbau des Profikundengeschäfts.

Quelle: Jelleke Vanooteghem/unsplash.com

So beschreibt Obi-Chef Sebastian Gundel die Markterwartungen für 2026 als stabilisiert, jedoch weiterhin von Zurückhaltung auf Konsumentenseite geprägt. Trotz dieser Rahmenbedingungen zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich, besser als der Gesamtmarkt abzuschneiden. Wachstumspotenzial sieht Obi insbesondere im systematischen Ausbau des Profikundensegments, das derzeit schrittweise in Deutschland eingeführt wird. Erste Erfahrungen aus Pilotstandorten seien ermutigend. Ergänzende Angebote wie Drive-in-Konzepte, digitale Services und eine intensivere persönliche Betreuung sollen neue Kundengruppen erschließen und das klassische Heimwerkerangebot sinnvoll erweitern.

Auch Globus Baumarkt strebt für 2026 ein moderates Umsatzplus an. Geschäftsführer Timo Huwer setzt dabei vor allem auf ein verbessertes Einkaufserlebnis in den Märkten, qualifizierte Beratung und zusätzliche Serviceleistungen. Digitale Angebote wie Click & Collect, die Bonuskarte sowie die neue Kunden-App sollen Mehrwerte schaffen, die über reinen Onlinehandel hinausgehen. Über die App plant Globus zudem eine individuellere Kundenansprache. Parallel dazu will das Unternehmen seine Eigenmarken weiter stärken, um das Preis-Leistungs-Verhältnis gezielt zu schärfen.

Bei Hornbach steht weiterhin eine transparente und verlässliche Preispolitik im Mittelpunkt. Vorstand Erich Harsch betont, dass Kunden nachvollziehbare Preise bevorzugen und wenig Interesse an kurzfristigen Rabattaktionen oder aggressiven Promotion-Formaten hätten. Entsprechend setzt Hornbach konsequent auf Dauertiefpreise. Der Konzern sieht seine Stärken vor allem bei professionellen Kunden sowie bei anspruchsvollen DIY-Projekten mit größerem Umfang.

Hagebau verfolgt für 2026 ebenfalls das Ziel eines moderaten Wachstums. Einzelhandelsgeschäftsführer Frank Staffeld kündigt an, Kunden stärker mit Aktionsangeboten und Sortimentserweiterungen jenseits des klassischen DIY-Kerns anzusprechen. Produkte, die man in dieser Form nicht zwingend im Baumarkt erwartet, sollen zusätzliche Besuchsanlässe schaffen und sowohl Frequenz als auch Kundenloyalität erhöhen. Flankiert wird dieser Ansatz durch einen Relaunch des Kundenbindungsprogramms. Gleichzeitig bleibt Staffeld realistisch: Zwar verbesserten sich die Rahmenbedingungen allmählich, das Marktumfeld bleibe jedoch herausfordernd.

Vor diesem Hintergrund richtet Hornbach den Blick verstärkt auch auf internationale Märkte. Für den Konzern ist 2026 ein Schlüsseljahr, nicht zuletzt wegen der laufenden Vorbereitungen für den geplanten Markteintritt in Serbien Ende 2027 oder Anfang 2028. Darüber hinaus stehen auch weitere Expansionen in Deutschland auf der Agenda. So sieht Harsch beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern noch weiße Flecken im Filialnetz, die künftig geschlossen werden sollen.

Insgesamt zeigt sich: Die Baumarktbetreiber erwarten keine schnellen Sprünge, setzen aber gezielt auf Differenzierung, Service und strategische Weiterentwicklung, um sich im anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld erfolgreich zu positionieren.