Für eine Sonntagsöffnung reicht die Fläche des Standorts offenbar nicht aus, da Thüringens aktueller Gesetzesentwurf für Ladenöffnungen eine Obergrenze von 400 Quadratmetern für unbemannten Betriebe vorsieht. Auch der Verkauf alkoholischer Getränke sowie warmer Speisen scheint im autonomen Modus möglich zu sein: Diska hat hierfür einen Ü18-Bereich eingerichtet, dessen Zugang über eine Schrankenanlage kontrolliert wird. Zur Sicherheit und zum Diebstahlschutz sind im Markt Videoüberwachung sowie weitere Kontrollmechanismen installiert.
Edeka verfügt über einschlägige Erfahrungen mit ähnlichen Hybridmodellen. Insbesondere unabhängige Kaufleute unter dem Blau-Gelben Markenzeichen betreiben vereinzelt solche weniger tech-intensiven Formen, die ohne komplexe Grab-and-Go-Technologie auskommen. Experten ordnen diese Entwicklung aufgrund der tendenziell geringeren Investitionskosten aktuell als Trend zu ein. Allerdings gab es auch Rückschläge: So musste der teilautonome Markt von Edeka Beckesepp in Baden-Württemberg jüngst wieder geschlossen werden, weil die Größe der Fläche an Wochenenden einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb erschwert.
Die Diska-Vertriebsform zählt zum letzten verbliebenen Regional-Discounter innerhalb des Edeka-Verbunds. Die Filialen befinden sich überwiegend in ländlichen Regionen und sind als Nahversorgungsmärkte konzipiert. Nach Angaben der Edeka-Region betreibt man die Flächen meist eigenständig und beläuft sich das Filialnetz inzwischen auf mehr als 100 Märkte mit typischer Größe um die 800 Quadratmeter.
