Im diesjährigen Ranking der Top-50 im europäischen Lebensmitteleinzelhandel gibt es nur wenige Platzveränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Erwähnenswert ist die Verbesserung von Tesco, die es von Platz vier auf zwei geschafft haben. Damit wurde die Vorherrschaft deutscher Händler in den Top-3 aufgebrochen. Rewe und Aldi müssen sich nun hinter dem britischen Betreiber anstellen. Zum ersten Mal schafft es darüber hinaus ein russischer Händler in die Top-10. X5 Retail überholte dazu Sainsbury und Ahold Delhaize.
Blickt man insgesamt auf die Branche, ist ein positiver Gesamttrend zu erkennen. Einige Händler konnten dennoch enorme Wachstumsraten realisieren. Beispielsweise hat der Metro-Konzern nach Jahren der Schrumpfung zweistellig zulegen können. Der Grund dafür liegt in der Verlegung des Schwerpunkts. Das Unternehmen hat sich vorrangig auf die Belieferung von Gastronomie eingeschossen, die nach dem Ende der politischen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wieder voll anlief. Das beschert entsprechende Zuwachsraten beim Umsatz für die Metro als Lieferant. Das Mittelfeld im Ranking ist breit aufgestellt und vor allem durch nationale Wettbewerber geprägt. Mehr als 20 Unternehmen überschreiten derweil die 20-Mrd.-Euro-Marke.
Der Kampf um einen europäischen Superhändler, der in mehreren Ländern als Marktführer agiert, bleibt weiterhin unentschieden. Heiße Kandidaten wie Tesco, Carrefour oder Ahold Delhaize taten sich über die letzten zwei Jahrzehnte schwer, nennenswerte Zuwächse zu schaffen. Nur die Schwarz-Gruppe schafft es gleichzeitig in Rumänien und Tschechien auf die Spitzenposition, während in anderen Ländern ebenfalls gute Positionierungen erreicht werden können.
Die Konkurrenz hinkt hinterher und tut sich schwer, mitzuhalten. Metro kümmert sich mittlerweile ausschließlich um den Großhandel, die Rewe Group ist immerhin über Deutschland hinaus in Österreich und Osteuropa stark. Auch Lidl und Aldi stellen sich mit einem Auslandsanteil von 60 Prozent international auf.
Es braucht jedoch nicht notwendigerweise eine internationale Aufstellung, um ganz oben im Ranking mitspielen zu können. Edeka beschränkt sich etwa ausschließlich auf Deutschland und bringt es damit auf den 5. Platz. Die Genossen setzen in Deutschland mehr um als Carrefour europaweit. Die am häufigsten vertretenen Länder im Ranking sind Deutschland und England (insgesamt achtmal), gefolgt von Frankreich (insgesamt sechsmal) und Italien (insgesamt fünfmal).
Die Methodik des Top-50-Europa-Rankings listet jährlich die größten Lebensmittelhändler nach ihren Umsatzprognosen auf. Die Daten werden von Edge by Ascential, ehemals Planet Retail, gesammelt und publiziert. Die finalen Zahlen entsprechen den von den Unternehmen berichteten, sowie einer tendenziellen Einschätzung der jeweiligen Handelsanalysten. Miteinbezogen werden sämtliche Vertriebslinien der Händler.
