Dennree setzt auf Expansion und größere Verkaufsflächen

30. Mai 2025 - Der Biofachhändler Dennree verfolgt eine deutlich verstärkte Wachstumsstrategie – mit einem klaren Fokus auf Flächenerweiterungen und Investitionen in Eigentumsimmobilien. Das Unternehmen aus dem oberfränkischen Töpen setzt damit verstärkt auf langfristige Standortbindung und mehr Raum für sein Frischesortiment. Wie das Management gegenüber der Fachpresse mitteilte, sollen gut etablierte Standorte künftig bevorzugt in den Besitz des Unternehmens übergehen.

Quelle: Dennree/Wikimedia Commons

„Langfristig gesehen ist es wirtschaftlich sinnvoll, selbst zu investieren, anstatt über Jahre hinweg die Kapitalrendite für einen Vermieter zu erwirtschaften“, erklärt Joseph Nossol, Vertriebsverantwortlicher der Unternehmensgruppe. Diese strategische Neuausrichtung bringt Dennree in eine Reihe mit anderen Händlern wie Rewe oder Wasgau, die bereits seit Längerem gezielt auf Eigentum bei Märkten und Logistikstandorten setzen. So erwarb Dennree im vergangenen Jahr unter anderem das eigene Regionallager in Herne. Ein weiterer Zukauf erfolgte in Berlin: Dort wurde eine rund 800 Quadratmeter große, vormals von Edeka genutzte Fläche übernommen – eine der größeren Verkaufsflächen im Filialnetz des Unternehmens. Weitere Standortkäufe werden derzeit geprüft.

Aktuell betreibt Dennree über 400 eigene Märkte, hinzu kommen etwa 140 selbstständige Naturkostfachgeschäfte, die dem Biomarkt-Verbund angeschlossen sind. Innerhalb der eigenen Filialstruktur setzt man zunehmend auf räumliche Vergrößerungen. In den letzten vier Jahren wurden laut Unternehmensangaben zwölf Standorte entweder durch Umbau erweitert oder durch Umzüge auf größere Flächen verlegt – darunter unter anderem Märkte in Jena, Rosenheim und Wolfratshausen. In letzterem Fall wurde die Verkaufsfläche von rund 350 auf 650 Quadratmeter nahezu verdoppelt. In Hamburg steht zudem die Eröffnung eines weiteren großflächigen Markts mit über 800 Quadratmetern bevor.

Ein wesentlicher Treiber dieser Expansion ist das ausgebaute Frischfleischsortiment, das mehr Präsentations- und Lagerfläche erfordert. Die Sortimentstiefe wurde je nach Umsatzprofil der einzelnen Märkte angepasst, die Auswahl erweitert und die Preispolitik überarbeitet. Mit dieser Sortimentsstrategie adressiert Dennree bewusst auch Kunden, die typischerweise eher bei Edeka einkaufen – eine Positionierung, die über das klassische Bio-Klientel hinausgeht. Laut einer von NIQ im Auftrag von Alnatura durchgeführten Studie hat sich jedoch vor allem Aldi Süd als starker Anbieter im Bereich Bio-Fleisch etabliert. Dennoch zeigt sich Dennree mit der Entwicklung zufrieden: In den eigenen Denn’s-Filialen verzeichne man überdurchschnittliche Umsätze in dieser Warengruppe, so Joseph und Mareike Nossol. Die begrenzten Flächen seien jedoch vielerorts ein limitierender Faktor.

Auch in den Frischeabteilungen für Obst, Gemüse und Käse wird an effizienteren Abläufen gearbeitet. Innerhalb der acht Vertriebsregionen des Unternehmens wurden hierfür neue Stellen geschaffen, um Prozesse zu professionalisieren und die Warenpräsentation weiter zu verbessern.

Die Gruppe investiert nach eigener Aussage „konsequent ins Kerngeschäft“, wie Mareike Nossol zu Jahresbeginn betonte. Gemeint sind damit sowohl die Weiterentwicklung der Märkte als auch die Optimierung des Sortiments. Der Netto-Umsatz der Dennree-Gruppe belief sich im Jahr 2024 auf 1,49 Milliarden Euro. Besonders erfreulich ist laut Unternehmensleitung das Wachstum im Einzelhandelssegment, das maßgeblich durch höhere Bonzahlen getragen wurde. Darüber hinaus beobachte man, dass die Kunden wieder verstärkt zur Marke greifen. Im Schnitt liegt der Umsatz pro Filiale derzeit bei rund 2,7 Millionen Euro jährlich. In den ersten vier Monaten des Jahres 2025 konnte der Einzelhandelsumsatz im hohen einstelligen Prozentbereich gesteigert werden.

Trotz der positiven Entwicklung bleibt die Warenverfügbarkeit eine Herausforderung. Gründe dafür liegen sowohl in klimatischen Faktoren wie Ernteausfällen als auch in Problemen auf Lieferantenseite. „Wir müssen natürlich differenzieren zwischen externen Ereignissen wie Missernten und Versäumnissen einzelner Hersteller“, so Joseph Nossol. Als Konsequenz daraus wurde beispielsweise die Zusammenarbeit mit dem Tee- und Gewürzproduzenten Lebensbaum beendet, da dieser nicht mehr lieferfähig war. Nach Informationen aus Branchenkreisen befinden sich derzeit mehrere Biohersteller in Umstrukturierungsprozessen.

Auf die Frage, ob die Übernahme angeschlagener Produzenten eine Option darstelle, antwortet Mareike Nossol diplomatisch: „Wenn ein Unternehmen an uns herangetragen wird, prüfen wir das natürlich.“ Einen strategischen Fokus auf Zukäufe gebe es derzeit allerdings nicht.

Mit dieser Kombination aus Flächenexpansion, strukturellen Investitionen und gezielter Sortimentspolitik positioniert sich Dennree als wachstumsorientierter Akteur im Biohandel – mit klarem Fokus auf langfristige Stabilität und Eigenständigkeit.