Dennree schärft Preisimage trotz Umsatzrückgang

17. Februar 2023 - Trotz eines zweistelligen Umsatzrückgangs im vergangenen Jahr bleibt Dennree beständig bei seiner Strategie. Der führende deutsche Biomarktführer betont weiterhin hohe Investitionen, strengere Expansionskriterien und setzt verstärkt auf Preispositionierung.

Quelle: Dennree/Wikimedia Commons

Dennree bleibt trotz des Rückgangs im Biosegment standhaft. Die Investitionen bewegen sich weiterhin im zweistelligen Millionenbereich, betonten Joseph Nossol ,Denns-BioMarkt-Geschäftsführer, und Lukas Nossol, Marketingleiter der Muttergesellschaft Dennree. Für das Jahr 2023 plant Dennree Investitionen in Höhe von rund 40 Millionen Euro, wobei der Fokus auf dem Ausbau des Marktnetzes, der Logistik und der Digitalisierung liegt.

Obwohl Dennree als Marktführer mit 520 Märkten im BioMarkt-Verbund einen Umsatzrückgang von etwa 10 Prozent verzeichnete, bleibt das Unternehmen zuversichtlich. Der konsolidierte Nettoumsatz fiel auf 1,31 Milliarden Euro, doch liegt dieser immer noch rund 12 Prozent über dem Vorkrisenjahr. Joseph und Lukas Nossol betonen, dass trotz des Umsatzrückgangs keine Kunden verloren wurden, obwohl die Bonsumme gesunken ist. Um Kunden zu binden, rückt Dennree verstärkt Preisgestaltung und Eigenmarken in den Fokus.

Um das Preisimage zu schärfen, hat Denns BioMarkt seine Aktionstätigkeit verstärkt und betont den Preiseinstieg mit 200 Eckartikeln unter dem Motto "Bio für jeden Tag". Zudem wurde die "Günstiges Wochenende"-Aktion eingeführt, um die Wahrnehmung zu ändern, dass der Fachhandel Apothekenpreise führt. Im Vergleich zum Lebensmitteleinzelhandel stiegen die Preise im Biomarkt trotz eines Inflationseffekts von rund 7 Prozent weniger stark an.

Die Fachhandelsbranche ist durch die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs stark unter Druck geraten. Laut Spitzenverband BÖLW gingen die Erlöse um 12,3 Prozent zurück. Besonders stark betroffen waren Bäckereien, Metzger, Hofläden und Reformhäuser mit einem Rückgang von 18,2 Prozent. Trotz des Gesamtmarktanteilgewinns des LEH (Lebensmitteleinzelhandel) um mehr als 4 Prozentpunkte auf 66,6 Prozent sind die höheren Zuwächse inflationsbedingt.

Dennree betreibt 370 eigene Denns-Filialen und beliefert 150 angeschlossene Händler. Der Umsatzrückgang der selbstständigen Händler bleibt jedoch unklar. Während Dennree während der Corona-Krise zweistellig wuchs und den Jahresüberschuss 2020 auf rund 64 Millionen Euro verdoppelte, dürften die Erträge im Jahr 2022 gesunken sein. Das Unternehmen richtet daher seinen Fokus nach mehreren Wachstumsjahren verstärkt auf die Kostenoptimierung und prüft kritischer Standorte für die Expansion. Trotzdem hat Dennree im vergangenen Jahr 30 neue Standorte eröffnet.