Für das laufende Jahr plant Dennree die Eröffnung von 25 neuen Märkten. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen 15 Standorte ans Netz, und auch für 2026 sind zu Jahresbeginn 15 weitere Märkte konkret vorgesehen. Die Expansionsbereitschaft ist damit ungebrochen. Nach Angaben der Geschäftsführung liegt die Begrenzung nicht im unternehmerischen Willen, zusätzliche Flächen zu sichern, sondern vielmehr in den Rahmenbedingungen des Immobilienmarktes sowie in baurechtlichen Anforderungen. Ein ursprünglich für 2025 vorgesehener Standort in Hamburg, der das Marktprofil in der Hansestadt stärken sollte, verdeutlicht die Herausforderungen bei Genehmigungen und Projektumsetzungen.
Die Erweiterung des Filialnetzes ist seit Jahren ein strategischer Schwerpunkt. Bereits 2024 hatte die Einzelhandelssparte erstmals die Umsatzschwelle von einer Milliarde Euro überschritten. Bei einem Gesamtumsatz von 1,49 Milliarden Euro im selben Jahr war der stationäre Einzelhandel damit umsatzstärker als der Großhandelsbereich – ein klares Signal für die zukünftige Prioritätensetzung.
Parallel zur Expansion arbeitet Dennree an einer engeren Abstimmung seiner Vertriebsformate. Im Mittelpunkt steht die stärkere Vereinheitlichung der Flächenkonzepte und Prozesse zwischen den unter eigener Regie geführten Denns Biomarkt-Märkten und den Standorten des Biomarkt Verbunds. Aktuell umfasst das Netz 411 Denns-Biomärkte – betrieben entweder in Eigenregie oder durch Franchisepartner – sowie 130 selbstständig geführte Verbundmärkte.
Das Unternehmen positioniert sich zunehmend als Systemgeber innerhalb des Bio-Fachhandels. Unter der Leitung von Mareike und Joseph Nossol, den Kindern des Firmengründers Thomas Greim, wurde der Unternehmensgegenstand Ende 2025 angepasst. Während früher vor allem die Förderung biologisch-dynamischer Erzeugnisse im Vordergrund stand, versteht sich Dennree heute als Bio-Vollsortimenter mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot für Partner und Kunden.
Digitalisierung, Marketing und Qualitätssicherung
Ein sichtbares Beispiel für die stärkere Systemintegration ist die Einführung der Denns-App. Sie bündelt die bisherigen Kundenbindungsprogramme der Regie- und Verbundmärkte in einer zentralen Anwendung. Ergänzt wird dies durch vereinheitlichte IT-Systeme für alle Partner, bundesweite Marketingkampagnen sowie abgestimmte Aktionsmechaniken. Trotz der stärkeren Zentralisierung sollen regionale Besonderheiten und lokale Sortimentskompetenz erhalten bleiben.
Auch im Bereich Frische hat das Unternehmen nachgeschärft. In den vergangenen anderthalb Jahren wurden Beschaffungsprozesse für Obst, Gemüse und Fleisch optimiert und Qualitätsanforderungen präzisiert, um standortübergreifend ein konsistentes Niveau sicherzustellen. Der Anspruch ist klar: Ein stringenter Marktauftritt und verlässliche Standards sollen die Markenwahrnehmung nachhaltig stärken.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Dennree-Gruppe einen Nettoumsatz von 1,6 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von rund acht Prozent entspricht. Die Einzelhandelssparte entwickelte sich auf vergleichbarem Niveau. Für 2026 rechnet die Geschäftsführung mit einem weiteren Anstieg auf 1,7 Milliarden Euro.
Parallel dazu wurde das Investitionsvolumen deutlich ausgeweitet: Nach 56 Millionen Euro im Jahr 2024 stiegen die Investitionen 2025 auf 74 Millionen Euro. Für das laufende Jahr ist mit 73 Millionen Euro ein weiterhin hohes Niveau vorgesehen. Die Mittel fließen insbesondere in neue Standorte, Modernisierungen, IT-Infrastruktur und die Weiterentwicklung der Vertriebsformate.
Mit der Kombination aus Expansion, Systemharmonisierung und erhöhtem Investitionsengagement unterstreicht Dennree seinen Anspruch, die Marktführerschaft im deutschen Bio-Fachhandel langfristig auszubauen und zugleich die strukturellen Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum zu schaffen.
