Besonders bemerkenswert: In Hanau übernimmt im Oktober mit Markus Schönwolf erstmals ein Franchisepartner die Leitung eines Denns Bio-Markts, der zuvor nicht im Verbundsystem des Unternehmens aktiv war. Der betreffende Standort wurde bislang vom Unternehmen selbst betrieben und wird nun in selbstständige Hände übergeben. Bereits Anfang des Monats hatte Dennree einen weiteren Franchisemarkt in Halle eröffnet – in Summe handelt es sich damit um den zweiten neuen Franchisebetrieb innerhalb eines Jahres.
Aktuell werden von den über 400 Denns-Märkten in Deutschland lediglich sieben durch Franchisenehmer geführt – Hanau wird der achte Standort dieser Art sein. Die Unternehmensführung, vertreten durch Mareike und Joseph Nossol, hatte bereits im Sommer gegenüber der Lebensmittel Zeitung signalisiert, dass man im Bereich Franchise Potenzial für die künftige Geschäftsentwicklung sehe.
Im Unterschied zu Wettbewerbern wie Alnatura, das erst seit 2021 einen einzelnen selbstständig betriebenen Markt in Schwerin vorweisen kann, ist Dennree bereits seit 2008 als Franchisegeber aktiv. Damals übernahm Klaus Wolf die Führung eines Denns-Standorts in Siegen – fünf Jahre nach der Eröffnung des ersten unternehmenseigenen Marktes. Seitdem wurde das Filialnetz sowohl durch vollständig selbstständig agierende Händler als auch durch Beteiligungsmodelle mit dem Mutterkonzern ausgebaut.
Ein Beispiel: Während die Biomarkt Klaus Wolf GmbH ohne Kapitalbeteiligung von Dennree geführt wird, hält das Unternehmen derzeit eine 80-Prozent-Mehrheit an der neu gegründeten Biomarkt Halle GmbH. Deren Geschäftsführung liegt bei Fabian Otto und Joseph Nossol, wie aus dem Handelsregister hervorgeht.
Laut Co-Geschäftsführer Nossol ist eine finanzielle Beteiligung von Dennree am operativen Geschäft dabei keine zwingende Voraussetzung für eine Franchise-Partnerschaft: „Die Themen Franchise und Beteiligung sind bei uns nicht automatisch miteinander verknüpft“, so der Vertriebschef auf Anfrage. Man gehe den Aufbau des Franchisebereichs mit Bedacht an und wolle die ersten Erfahrungen mit neuen Partnerprofilen – wie im Fall Schönwolf – sorgfältig auswerten, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden.
Die strategische Ausrichtung des Unternehmens basiert auf einem mehrgleisigen Vertriebsmodell. Zum einen betreibt Dennree unter dem Label Denns eigene Bio-Fachmärkte an mehr als 400 Standorten. Ergänzend dazu existiert ein Netzwerk von rund 140 unabhängigen Biohändlern, die sich über eine Sortimentspartnerschaft mit Dennree organisiert haben und ihre Produkte überwiegend über den Großhandel des Unternehmens beziehen. Diese sogenannten Verbundmärkte treten unter dem Markenzeichen „Bio Markt“ auf, nutzen jedoch nicht die Marke Denns im Namen. Ein Versuch Dennrees, das „Bio Markt“-Logo rechtlich schützen zu lassen, war im Jahr 2021 gescheitert.
Das Franchisesystem bildet derzeit noch die kleinste der drei Vertriebsschienen, gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung. Die Unternehmensphilosophie sieht keine starren Systemvorgaben vor: „Unsere Denns Bio Märkte folgen keinem einheitlichen Muster“, betont Nossol. Vielmehr basiere das Konzept auf flexiblen Bausteinen, die individuell an regionale Gegebenheiten, Kundengruppen und Betreiber angepasst werden. Dementsprechend setzen die einzelnen Märkte auch unterschiedliche Schwerpunkte – etwa im Hinblick auf Sortimentstiefe, Kundenansprache oder lokale Produkte.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Optimierung der regionalen Lieferketten, insbesondere im Bereich Frischeprodukte. Seit vergangenem Jahr arbeitet Dennree daran, die Beschaffung von Obst und Gemüse verstärkt regional zu organisieren – ein Schritt, der sowohl zur Profilierung im Wettbewerb als auch zur nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens beiträgt.
