Bereits im vergangenen Jahr hat Coolblue seine Präsenz in Deutschland deutlich erweitert und vier zusätzliche Logistikstandorte sowie drei neue stationäre Geschäfte in Betrieb genommen. Die mittelfristige Planung bis zum Jahr 2029 sieht eine umfassende Expansion vor: Insgesamt sollen 38 neue Stores sowie 11 weitere Logistikzentren entstehen. Für das laufende Jahr sind unter anderem Filialeröffnungen in Berlin (Mai) sowie zusätzliche Standorte in Leipzig und Dresden vorgesehen.
Urs Möller, Country Manager Deutschland, unterstrich auf dem Kongress die ambitionierten Ziele des Unternehmens. Demnach strebt Coolblue an, sich langfristig als fest etablierter Akteur im deutschen Markt zu positionieren. Bis 2029 soll der Großteil des Unternehmensumsatzes in Deutschland generiert werden, wobei ein Umsatzziel von rund 2 Milliarden Euro genannt wurde. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 belief sich der Gesamtumsatz des Unternehmens auf 2,6 Milliarden Euro.
Ein wesentlicher Bestandteil der Wachstumsstrategie ist die kontinuierliche Optimierung logistischer Prozesse. In den vergangenen Jahren hat Coolblue erheblich in Automatisierungstechnologien investiert. Das rund 90.000 Quadratmeter große Zentrallager im niederländischen Tilburg gilt als eines der modernsten und am weitesten automatisierten Distributionszentren Europas. Nach Unternehmensangaben können dort Produkte unterschiedlichster Größe – vom Smartphone bis hin zu Haushaltsgeräten wie Kaffeemaschinen – vollständig automatisiert verarbeitet und versendet werden. Die Zeitspanne zwischen Bestellungseingang und Versand beträgt dabei lediglich etwa sechs Minuten.
Von diesem zentralen Hub aus werden täglich Lieferfahrzeuge zu den aktuell acht bestehenden deutschen Logistikdepots entsendet. Eigene Logistikstrukturen wirken sich laut Unternehmensangaben signifikant auf die Marktdurchdringung aus: In Regionen mit eigenen Depots verzeichnet Coolblue eine Verdreifachung des Marktanteils. Wird zusätzlich ein stationärer Store eröffnet, kann dieser Effekt nochmals deutlich verstärkt werden.
Parallel dazu baut das Unternehmen auch alternative Zustellkonzepte aus. Insbesondere die Auslieferung per Lastenrad, die im Heimatmarkt Niederlande bereits etabliert ist, soll verstärkt in deutschen Städten eingesetzt werden. In Düsseldorf kommt dieses Modell bereits zum Einsatz, wo Pakete teilweise durch eigene Fahrradkuriere statt über klassische Dienstleister zugestellt werden. Vor allem in urbanen Räumen mit hoher Bestellfrequenz erweist sich dieses System als effizient. Unterstützt werden die Zusteller durch eine unternehmenseigene Software zur Routenoptimierung.
Coolblue sieht seine Wurzeln im E-Commerce als entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die Logistik sei von Beginn an integraler Bestandteil des Geschäftsmodells gewesen und spiele eine zentrale Rolle für die Kundenzufriedenheit. Dabei endet der Anspruch des Unternehmens nicht mit der Zustellung an der Haustür: Ziel ist es, Produkte vollständig installiert und einsatzbereit an den Kunden zu übergeben.
Die hohe Serviceorientierung spiegelt sich auch in den regelmäßig erhobenen Kundenzufriedenheitswerten wider. Mit einem Net Promoter Score (NPS) von 84 erreicht das Unternehmen nach eigenen Angaben einen außergewöhnlich hohen Wert. Dieser Indikator misst die Weiterempfehlungsbereitschaft von Kunden und gilt als wichtiger Maßstab für die Qualität der Kundenbeziehung.
