C&A verneint Gerüchte über mögliche Insolvenz

19. November 2021 - Einige Medien berichten über zahlreiche Schließungen von C&A-Läden und spekulieren bereits darüber, ob sich der Modehändler so weit in finanzieller Schieflage befindet, dass es zu einem Insolvenzverfahren kommen könnte. Von einer Sprecherin des Unternehmens heißt es, dass die Meldungen auf keinen „faktischen Grundlagen“ basieren.

Quelle: C&A/Wikimedia Commons

Die vermeintlichen Gerüchte haben jedoch einen klar erkennbaren Ursprung. Am 10. November veröffentlichte C&A seine „Konsolidierung und Zentralisierung“ für das Europageschäft: „Das Ziel ist es, Konsumentenbedürfnisse künftig online genauso effektiv zu bedienen wie in den Geschäften“, lautet eine Mitteilung. Im Zuge dieser Initiative solle es gleichermaßen zu Einsparungen, aber eben auch zu Investitionen kommen. Konkret bedeutet das wohl vor allem Personalabbau in den großen Büros in Brüssel und Düsseldorf. Momentan verhandelt das Management mit Arbeitnehmervertretern.

Seit Jahren betreibt C&A einen konstanten Filialabbau, der jedoch bisher keine massive Schließungswelle nach sich zog. 2014 betrieb das Textilkaufhaus noch rund 500 Filialen, mittlerweile sind es nur noch 427. Ob man das als schlechtes Omen deutet oder nicht, C&A scheint sich in einer Umbruchsphase zu befinden. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren stets vermieden Umsatzzahlen zu veröffentlichen und an der Spitze kam es in relativ kurzer Zeit zu häufigen Wechseln.

Seit Anfang Januar amtiert Giny Boer als Europachefin (vorher Ikea). Sie stammt ebenfalls aus den Niederlanden, genauso wie C&A. Ihrer Meinung nach hat C&A einiges zu bieten: „Wir müssen viel deutlicher kommunizieren, was wir für tolle Sachen machen. C&A war bisher ein sehr abgeschlossenes Unternehmen“. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind wahrscheinlich Formate wie die Second-Hand-Abteilung in der Filiale in Hamburg-Altona (Mercado) oder die nachhaltige Produktion von Jeans in Mönchengladbach. Boer hat eine klare Vision für das Textilkaufhaus: „Wir wollen Kleidung für jeden Tag verkaufen, die gut aussieht und lange hält, die sich jeder leisten kann und die verantwortungsvoll produziert wird.“

Für das kommende Jahr sind zahllose Renovierungen, Umzüge und generell Optimierungen geplant. Das europäische Filialnetz von C&A umfasst rund 1.400 Standorte. Die Größen der bespielten Flächen decken ein breites Spektrum ab. In Düsseldorf oder Frankfurt werden mehrgeschossige Geschäftshäuser mit über 10.000 m² betrieben, während auch kleinere Läden in Nebenlagen wie in Soest betrieben werden. Insgesamt ist zu bemerken, dass gerade in Großstädten ein Trend zur Verkleinerung erkennbar wird. Am Standort Hannover (Georgstraße) nimmt der Modehändler dm, Rewe und Woolworth mit ins Haus. Am Paradeplatz in Mannheim verkleinert sich C&A von 10.800 m² auf 7.800 m². Mit am deutlichsten fällt die Veränderung in Bremen auf. Hier wird ein rund 16.500 m² großer Standort am Hanseatenhof verlassen und durch eine 3.500 m² große Fläche ausgetauscht, die vorher von Zara betrieben wurde.