Lebensmittelhändler in Großbritannien kündigen Preissenkungen an, um nicht als Profiteure der Inflation wahrgenommen zu werden, während die Teuerungsraten für Lebensmittel auf der Insel nachlassen.
Morrisons, einer der größten Supermarktbetreiber, hat in dieser Woche fast 50 Artikel um durchschnittlich 25 Prozent reduziert. Auch die renommierte Kaufhauskette Marks & Spencer senkte die Preise für 70 Grundnahrungsmittel um 3 bis 25 Prozent. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Supermarktgigant Waitrose über 200 Artikel im Preis gesenkt.
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den kontinuierlichen Marktanteilsverlust gegenüber Aldi und Lidl einzudämmen, da diese deutschen Discounter weiterhin stark wachsen. Laut aktuellen Daten von Kantar hat Aldi UK in den letzten drei Monaten seinen Umsatz um 24,6 Prozent gesteigert und einen Marktanteil von 10,2 Prozent am FMCG-Markt erreicht. Lidl verzeichnete eine Steigerung von 23,2 Prozent und verkürzte den Abstand zu Morrisons, der mit einem Marktanteil von 8,8 Prozent stagnierte.
Obwohl die Lebensmittelinflation innerhalb eines Monats zurückgegangen ist, bleibt die Besorgnis der Verbraucher über steigende Lebensmittelpreise hoch. Laut Kantar sind derzeit 70 Prozent der britischen Haushalte "äußerst" oder "sehr besorgt" über die Preise. Dies hat zu einem verstärkten Kauf von preisgünstigen Eigenmarken geführt, deren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent gestiegen ist.
Die britische Regierung hatte kürzlich die Möglichkeit einer freiwilligen Preisdeckelung für Artikel des täglichen Bedarfs diskutiert, jedoch einen staatlich verordneten Preisstopp ausgeschlossen.
