Bio-Umsätze ziehen stärker an als Discount

07.08.2026 - Der aktuelle Stand der Bio-Wirtschaft liefert erneut klare Indikatoren für eine anhaltende Dynamik im Marktsegment. Seit neuestem veröffentlicht der Bio-Spitzenverband BÖLW quartalsweise Marktzahlen, die belegen, dass der Bio-Absatz weiter wächst und der Handel mehr Wert auf Frische legt. In den jüngsten Auswertungen verfügbaren Daten zufolge verzeichnen Supermärkte einen deutlichen Vorsprung gegenüber Discount-Anbietern, während sich der gesamte Bio-Sektor im zweiten Quartal weiter erhöht.

Quelle: EDEKA/verbund.edeka

Nach den BÖLW-Zahlen belauert sich der Umsatz des Bio-Markts im zweiten Quartal auf rund 4,75 Milliarden Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal, das noch bei 4,91 Milliarden lag, zeigt sich damit eine leichte, jedoch erwartbare Abflachung im Verlauf des Halbjahres. Die Verschiebung des Oster-Geschäfts ins erste Jahresquartal habe sich entsprechend auf die Halbjahresbilanz ausgewirkt. Barbara Kopske, Leiterin Customer Success bei NIQ, weist darauf hin, dass der Krieg im Iran bislang keine spürbaren Effekte auf das Kaufverhalten der Bio-Zielgruppen hinterlässt. Die Zahl der Käuferhaushalte sei in den zwölf Monaten bis Juni 2026 stabil geblieben, während die Ausgaben insgesamt gestiegen seien.

Der Marktanteil der Vollsortimenter liegt nach Basket-Analysen des BÖLW bei 31,5 Prozent. Ihr Umsatzwachstum liegt bei etwa 5 Prozent, womit sie gegenüber den Drogeriemärkten nicht mehr denselben Impuls liefern, aber damit den Discountern den Wind aus den Segeln nehmen. Letztere verzeichnen zwar steigende Aktivität, bleiben jedoch hinter dem Wachstum der Drogerien zurück. Zu den Treibern des Marktes zählt laut Branchenvertretern sowohl der Trocken- als auch der Frischbereich, der insbesondere in den Kommentaren der Handelsunternehmen positive Signale erhält.

Auf Nachfrage hoben verschiedene Handelsketten die Dynamik im Frischesegment hervor. Rewe berichtete, den Bio-Umsatz im ersten Halbjahr erneut deutlich gesteigert zu haben, und verwies dabei auf die Bedeutung der Eigenmarke sowie eine Listung relevanter Markenprodukte. Zudem teste der Anbieter neue Artikel frühzeitig über den eigenen Lieferservice. Auch Edeka meldet eine robuste Entwicklung bei Molkegerichten und TK-Produkten, begleitet von einer stärkeren Naturkind-Fläche. Die Handelsmarke spiele eine Rolle, ebenso wie die Expansion der Naturkind-Flächen, die das Sortiment in diesem Segment sichtbar erweitern.

Kaufland wiederum verzeichnet eine erhöhte Nachfrage nach bio-zertifizierten tierischen Produkten wie Milch, Eiern und Käse. Lidl und Aldi Nord legen den Fokus auf Obst- und Gemüse, wobei Aldi Nord zusätzlich die Entwicklung von Bio-Milchprodukten und Bio-Fleisch betont. Im Detail äußerte sich Aldi Süd nicht ausführlich über einzelne Kategorien.

Insgesamt zeichnen die Zahlen ein Bild eines Marktes, der trotz volatiler Rahmenbedingungen stabil wächst und sich vor allem im Bereich Frische deutlich stärker entwickelt als der Discount. Die Betreiber der Vollsortimenter positionieren sich dabei als treibende Kräfte, während Discounter weiter an Reichweite gewinnen, insbesondere im Bereich Obst, Gemüse und bei ausgewählten Frischeprodukten. Der Markt bleibt somit durch eine klare Frischeorientierung geprägt, wobei Markenware, Eigenmarkenpolitik und der Ausbau der Frischekompetenz als zentrale Erfolgsfaktoren gelten.