Dafür soll zusätzlich zur bisherigen Belieferung des LEH und dem Betrieb eigener Märkte noch ein Partner- und ein Kaufmannsmodell eingeführt werden. Primäres Ziel dieser Initiative ist die Präsenz in Regionen auszubauen, in denen das bisherige Vertriebsnetz noch recht dünn vertreten war, wie beispielsweise im Osten Deutschlands.
Das Kaufmannsmodell orientiert sich am Vorbild von Edeka. In Schwerin öffnete der erste Laden unter der Alnatura-Flagge, mit der zusätzlichen Nennung des Namens des Kaufmanns. Das Pilotprojekt soll als Vorbild für weitere Kooperationen dieser Art dienen.
Alnatura profitiert nach wie vor vom Bio-Boom. Für 2020/21 (bis Ende September) konnte der momentan Branchenzweite einen Zuwachs von 7 Prozent auf 1,15 Mrd. Euro Gesamtnettoumsatz verzeichnen. Es sind gute Zuwachsraten, die höchstens vor dem Hintergrund des gewaltigen Sprungs des vorherigen Geschäftsjahres 2019/20 enttäuschend wirken könnten. Damals kamen zweistellige Zuwachsraten von um die 20 Prozent zustande. Der enorme Aufschwung ist aber nicht zuletzt wegen den Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie möglich gewesen. Kunden haben deutlich mehr zu Hause gekocht und aus gesundheitlichen Gründen mehr auf ihre Ernährung geachtet. Es war absehbar, dass sich, sobald sich die Maßnahmen lockern, die Zuwachsraten wieder etwas nach unten korrigieren würden. Vor diesem Hintergrund ist man bei Alnatura mit den erreichten 7 Prozent außerordentlich zufrieden.
Neben positiven Umsatzentwicklungen wird auch ordentlich Geld verdient. 2019/20 stiegen die Jahresüberschüsse von 14,5 Mio. auf 21,6 Mio. Euro. Bei der Expansion wird aktuell eine hohe Taktzahl vorgegeben. Für das laufende Jahr 2022 sind insgesamt sieben Neueröffnungen und noch einmal neun Umbauten vorgesehen. Im Großhandelsgeschäft können zudem zusätzliche Handelspartner begrüßt werden. In Österreich kommt Unimarkt, in der Schweiz Müller und in insgesamt vier Ländern der Onlinehändler Rohlink hinzu.