Aldi Süd steigert Roherträge trotz Umsatzrückgang

17. Februar 2023 - Trotz eines Rückgangs der Umsätze um etwa 3,6 Prozent konnte Aldi Süd im Jahr 2021 seine Erträge verbessern. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus höheren Roherträgen und unerwartet starken Beteiligungsergebnissen.

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Aldi Süd schloss das Geschäftsjahr 2021 mit einem Umsatzminus von 3,6 Prozent ab, wodurch sich der Nettoumsatz auf 14,7 Milliarden Euro belief. Dennoch verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg des EBIT auf 338,5 Millionen Euro, wie Recherchen von LZ ergaben. Nach Steuern erzielte Aldi Süd einen Gewinn von 310,8 Millionen Euro, was etwa 70 Millionen Euro mehr als im Vorjahr entspricht. Es ist wichtig zu beachten, dass das Jahr 2021 noch von den Auswirkungen der Corona-Beschränkungen geprägt war und vor allem den Supermärkten glänzende Umsätze bescherte.

Ein Großteil des gesteigerten Gewinns nach Steuern resultierte jedoch aus einem Sondereffekt. Im Jahr 2021 erzielte der Discounter ungewöhnlich hohe Beteiligungserträge, da die Regionen Anteile an verschiedenen Aldi-Gesellschaften halten. Diese trugen im Zuge einer internen Umstrukturierung rund 45 Millionen Euro zum Gewinnanstieg aller Regionen bei.

Die Bilanzen der Regionalgesellschaften zeigen eine Stabilisierung der Handelsspanne auf hohem Niveau. Mit 23,4 Prozent liegt diese in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, jedoch einige Prozentpunkte höher als in früheren Jahren. Die intensivere Zusammenarbeit mit Aldi Nord sowie der im Aufbau befindlichen Einkaufszentrale in Salzburg trugen dazu bei, dass die Mülheimer ihre Einkaufskonditionen verbessern konnten. Dies führte dazu, dass sich die Roherträge in fast allen Gesellschaften trotz des Umsatzrückgangs verbesserten.

Der Trend zum One-Stop-Shopping wirkte sich negativ auf Aldi Süd aus, da der Mehrumsatz aus dem ersten Corona-Jahr 2020 fast vollständig verloren ging. Dadurch fiel Aldi Süd auf etwa das Umsatzniveau von 2018 zurück, begleitet von Marktanteilsverlusten und sinkender Flächenproduktivität. Der Gesamtmarkt wuchs 2021 laut GfK um 1,1 Prozent, hauptsächlich getrieben durch die Supermärkte, die um mehr als 4 Prozent zulegten.

Für viele Beobachter des Marktes ist das im Vergleich zur Konkurrenz schwächere Abschneiden von Aldi auch eine Erklärung dafür, dass das Unternehmen 2021 nicht als besonders preisaggressiv wahrgenommen wurde. Die Entscheidung, nicht verstärkt in Preise zu investieren, hätte bei sinkenden Umsätzen stark auf die Erträge gedrückt. Dies wurde zumindest von Wettbewerbern wahrgenommen, von denen einige im Jahr 2021 sogar leicht an Umsatz gewinnen konnten.

Die Regionalstrukturen wurden auch im Jahr 2021 weiter optimiert, um Kosten zu senken. Aldi Süd schloss mit Altenstadt und Wittlich zwei weitere Regionen, sodass zum Jahresende 2021 nur noch 26 Regionen betrieben wurden. Im Folgejahr 2022 wurden mit Ketsch und zwei weiteren Regionen weitere Schließungen vorgenommen. Obwohl dies zu Einsparungen bei den Verwaltungskosten führte, war das Filialpersonal von den Zusammenlegungen nicht betroffen, da die Filialen einfach anderen Regionen zugeordnet wurden.

Insgesamt beschäftigte Aldi Süd rund 42.000 Mitarbeiter, wobei die Anzahl der Mitarbeiter im Verkauf mit etwa 33.150 weitgehend stabil blieb. Die Personalkostenquote stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 9,4 Prozent an, hauptsächlich aufgrund des Umsatzrückgangs. Den Mitarbeitern in den Regionen zahlte Aldi Süd insgesamt rund 1,459 Milliarden Euro an Personalkosten aus, was einem Rückgang von etwa 2,3 Prozent entspricht.