Aldi Süd setzt weiterhin auf eine vielfältige Auswahl an Markenprodukten und hat jüngst Mars, Jacobs und Beiersdorf zurück in sein Sortiment aufgenommen. Entgegen den Befürchtungen der Industrie, dass der verstärkte Fokus auf preisgünstigere Eigenmarken zu einem Rückgang von Markenprodukten führen könnte, hat sich dies zumindest bei Aldi Süd nicht bewahrheitet. Tatsächlich ist die Gesamtzahl der Markenartikel dort sogar leicht angestiegen.
Dies geht aus einer Untersuchung hervor, die der Wirtschaftsinformationsdienst Preiszeiger für die LZ durchgeführt hat. Verglichen wurde das Sortiment im Mai 2023 mit dem Angebot von Mai 2022. Marktforscher Robert Kecskes von GfK betont die Bedeutung von Marken als Frequenzbringer und betont, dass Handelsmarken zwar Marktanteile gewinnen, aber Marken immer noch eine wichtige Rolle spielen. Für die Händler sei es entscheidend, die richtige Balance zwischen Eigenmarken und Markenprodukten zu finden.
Interessant ist die unterschiedliche Vorgehensweise der beiden Aldi-Schwestern. Während Aldi Nord in der Vergangenheit oft schneller Markenprodukte in sein Sortiment aufgenommen hatte als Aldi Süd, hat letzteres seit Mai des letzten Jahres seinen Ansatz geändert und das Angebot gestrafft. Dies führte oft zur Reduzierung von Markenalternativen in verschiedenen Kategorien. Obwohl Aldi Süd nun etwa 70 Einzelartikel weniger führt als im Vorjahr, ist das Unternehmen dennoch aktiv im Aktionsgeschäft mit Markenprodukten.
In der grundlegenden Sortimentspolitik sind sich beide Aldi-Schwestern jedoch einig: Marken bleiben eine Ergänzung des Sortiments, das zu 90 Prozent aus Eigenmarken besteht. Die Bereinigung des Angebots von Aldi Nord stellt eine Ausnahme in der Discount-Landschaft dar, da andere Discounter entweder ihre Herstellermarken stabil gehalten oder sogar ausgebaut haben. Allerdings gab es Verschiebungen innerhalb der Warengruppen, wobei sämtliche Anbieter die Anzahl der Markenprodukte im Bereich der Körperpflege reduziert haben.
„Es gibt Marken, die ein Händler einfach im Sortiment haben muss, sonst gehen die Kunden woanders hin“, erklärt ein Handelsmanager. Diese Frage beschäftigt auch die Supermärkte, wobei Edeka eine konfrontative Haltung gegenüber großen Herstellern einnimmt, während Rewe versucht, Kompromisse zu finden, um wichtige Produkte weiterhin anbieten zu können.
